TIERPARK

Zoo Duisburg erweitert Löwengehege für gut eine Million Euro

Als ob er die kommenden Annehmlichkeiten schon ahnt. Tsavo, der Chef im Ring bei der LLöwenfamilie des Zoo Duisburg, weiß das Außengehege zu genießen. Aber auch seine Gefährtinnen, die Schwestern Manyara und Masindi werden die vergrößerte Anlage ganz sicher schätzen. Foto: Ute Gabriel

Als ob er die kommenden Annehmlichkeiten schon ahnt. Tsavo, der Chef im Ring bei der LLöwenfamilie des Zoo Duisburg, weiß das Außengehege zu genießen. Aber auch seine Gefährtinnen, die Schwestern Manyara und Masindi werden die vergrößerte Anlage ganz sicher schätzen. Foto: Ute Gabriel

Duisburg.  Der Zoo Duisburg vergrößert für 975.000 Euro das Gehege der Löwen. Dafür muss allerdings eine andere Tierart den Tierpark verlassen.

Noch bietet das 450 Quadratmeter große Außengehege im Zoo Duisburg Löwenkater Tsavo und seinen Gefährtinnen Manyara und Masindi genug Platz. Sollte sich allerdings in Zukunft der durchaus erwünschte Nachwuchs einstellen, braucht es eine größere Anlage für eine artgerechte Haltung. Deshalb wird der Zoo im kommenden Jahr das Außengehege auf rund 2000 Quadratmeter erweitern.

Möglich wird dies durch eine Spende der Sparkasse in Höhe von 975.000 Euro, die damit fast die gesamten Kosten für dieses Bauvorhaben deckt und ihr „Versprechen erfüllt, den Zoo auch weiterhin intensiv zu fördern“, wie Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Bonn die großzügige Unterstützung begründet.

Löwengehege wird im Zoo Duisburg erweitert: Wisente müssen weichen

Um dem Löwenrudel eine erweiterten Auslauf bieten zu können, müssen allerdings die Wisente weichen. Sie werden, laut Christian Schreiner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Zoo, im ersten Quartal 2019 mit Hilfe des internationalen Zuchtbuchs an geeignete andere Zoos abgegeben. Schreiner: „Die Fläche des Zoos bietet wenig Expansionsmöglichkeiten.“ Für eine angemessene Haltung der Tiere müsse der Zoo daher seinen Bestand reduzieren.

Sobald die Wisente die Kaiserberg Arche verlassen haben, sollen die Arbeiten für die Erweiterung des Löwengeheges Ende März, Anfang April 2019 beginnen und auch im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Das größere Gelände soll teilbar sein und wird ein kleines Warmhaus bekommen als Ergänzung zu den Innenstallungen, so dass eine zeitweilige Trennung vom Rudel möglich ist, sollte sich Nachwuchs bei den Löwen einstellten.

Doch der ist derzeit noch nicht geplant, obwohl eine erfolgreiche Löwenaufzucht in Zoo Duisburg zuletzt 1989 gelang und Tsavo mit dreieinhalb Jahren sowie Manyara und Masindi (beide drei Jahre alt) inzwischen im geschlechtsreifen Alter sind. „Erst wollen wir die Baumaßnahmen hinter uns bringen“, begründet Schreiner, warum das Raubtier-Trio sich noch in Enthaltsamkeit üben muss.

Vier Aussichtspunkte für Besucher

Nutznießer der erweiterten Außenanlage sollen auch die Besucher des Tierparks sein. Derzeit laufen, laut Schreiner, zwar noch die Detailplanungen, fest steht aber jetzt schon, dass vier neue Aussichtspunkte mit großen Panoramascheiben künftig die Möglichkeit bieten sollen, die Großkatzen aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten.

„Dank der Unterstützung durch die Sparkasse sind wir in der Lage, einer attraktiven und gleichzeitig bedrohten Tierart eine neue Außenanlage zu bauen“, freut sich auch Zoo-Chefin Astrid Stewin. Verständlicherweise, aber ist die Sanierung anderer Gehege und Gebäude, wie etwa des Affenhauses, nicht vordringlicher?

„Der Zoo hat gemeinsam mit der Sparkasse über die Verwendung des Geldes entschieden“, erklärt Christian Schreiner. „Das Geld ins Äquatorium zu stecken ist nicht sinnvoll. Für den Betrag kann man keine neue Affenanlage bauen. Für die Orang Utans etwa braucht man heute ein Netz über der Freianlage. Das allein ist schon richtig teuer.“

Die Löwenfamilie im Zoo Duisburg

Tsavo, der Löwenkater, kam im Alter von zwei Jahren 2016 aus dem Zoo im niederländischen Kerkrade nach Duisburg. Die alte Duisburger Löwin Minra traktierte den Jungspund so sehr, dass er einen Teil seines Schwanzes und eines Ohres einbüßte. Nach Minras Tod zogen die beiden Schwestern Manyara und Masindi aus Lisieux (Normandie) 2017 in das Duisburger Raubtierhaus.

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