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Wo sind die Enkeltöchter der Marie Curie?

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Duisburg.Frauen in Chefetagen sind selten. Nicht nur in Großunternehmen, auch in naturwissenschaftlichen Einrichtungen machen deutlich mehr Männer Karriere. Woran das liegt, diskutieren über 80 Teilnehmer am 9. und 10. November in Berlin. Veranstaltet wird die Konferenz von zwei Instituten der UDE, die mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds zu diesem Thema forschen.

Der Name Marie Curie wird an diesen beiden Tagen häufiger fallen. Die Physikerin, die sich in der Männerwelt behauptete, gilt vielen als Vorbild und erhielt vor 100 Jahren ihren zweiten Nobelpreis. „Wie weiblich sind die Naturwissenschaften heute?“, ist die Tagung deshalb überschrieben.

Frauen und die Karriere

Zu Wort kommen Forscherinnen und Managerinnen, die es nach oben geschafft haben. Außerdem Wissenschaftlerinnen, die herausfinden wollen, warum den verschiedenen Disziplinen ab einer bestimmten Ebene die Frauen ausgehen. Liegt es am Fach? Haben Studentinnen vielleicht eine andere Vorstellung von Karriere? Für die Chemie untersuchen das derzeit die beiden UDE-Einrichtungen, die auch die Tagung veranstalten: das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung sowie das Institut für Soziologie.

Seit März läuft ihr gemeinsames Projekt „ChemWiss – Chemikerinnen auf dem Weg in die Wissenschaft“. Dazu haben sie bundesweit Studierende befragt, Männer wie Frauen. Erste Ergebnisse stellen sie jetzt in Berlin vor. Diese bestätigen einmal mehr, was bereits bekannt ist: Akademischer Erfolg ist ungleich auf die Geschlechter verteilt.

Die Chemie wird "weiblicher"

„Zunächst ist die Frauenquote erfreulich. 41 Prozent der Studierenden in der Chemie und den verwandten Studiengängen sind weiblich“, erklärt Projektleiterin Dr. Ute Pascher. Nach dem Abschluss ändern sich die Verhältnisse allerdings: „39 Prozent der Promovierenden und 35 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter sind Frauen. Bei den Professoren sind es dann gerade einmal 11,5 Prozent.“

Mehr als aktuelle Zahlen interessieren Pascher und ihre Kollegin Prof. Dr. Petra Stein jedoch, wie sich das Bachelor/Master-System auf Karrieren auswirkt. Ob es mehr Chancengleichheit bringt, ist nämlich noch nicht ausreichend erforscht.

„Unsere Befragungen haben ergeben, dass bei Studentinnen eine Promotion immer noch hoch im Kurs steht und sie sich durchaus vorstellen können, in die Forschung zu gehen. Andererseits denken sie gar nicht darüber nach, dass eine Option auch sein könnte, Professorin zu werden.“

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