Sondermüll

Wirtschaftsbetriebe verweigern Annahme von Sondermüll

Für gebrauchte Spraydosen, die nicht aus der Lebensmittelindustrie kommen, wird eine Entsorgung über die Sammlung im Wertstoffhof oder das Schadstoffmobil empfohlen.

Für gebrauchte Spraydosen, die nicht aus der Lebensmittelindustrie kommen, wird eine Entsorgung über die Sammlung im Wertstoffhof oder das Schadstoffmobil empfohlen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Süd.  Das Schadstoffmobil war nicht vor Ort, darum wollte Alfred Mamsch seine Spraydosen beim Recyclinghof. Doch dort wies man ihn mit seinen Dosen ab.

Nicht alles, was im Alltag so an Abfall anfällt, lässt sich auch auf üblichem Wege entsorgen – für manchen Sondermüll ist die Fahrt zum Recyclinghof nötig. Doch Alfred Mamsch kam auch dort nicht weiter, er wurde mit seinen beiden Spraydosen abgewiesen.

Eigentlich wollte der Buchholzer die leeren Behältnisse und einen defekten Wecker direkt beim Schadstoffmobil der Wirtschaftsbetriebe (WBD) abliefern, das Ende September am Norbert-Spitzer-Platz stehen sollte. „Das Schadstoffmobil war aber nicht da, eine nette Dame von den WBD teilte uns mit, dass es heute auch nicht käme“, erinnert er sich.

Am Recyclinghof verweigerten die Wirtschaftsbetriebe die Dosen-Annahme

Deshalb fuhr der Rentner zum Recyclinghof Süd an der Kaiserswerther Straße. Doch was Mamsch dort erlebte, ärgert ihn maßlos: „Die Annahme der Spraydosen wurde verweigert, weil dafür keine Mitarbeiter vorhanden seien – offenbar muss für die Entsorgung ein Experte da sein. Das hat uns die Dame an der Pforte sehr unfreundlich erklärt“, klagt er. „Außerdem meinte sie, für Sondermüll wie meinen dürfe der Recyclinghof nur von Fußgängern benutzt werden. Erwarten die Wirtschaftsbetriebe, dass jeder Rentner zu Fuß kommt? Ich verstehe ja, dass niemand zu viel Müll abgeben soll, aber so geht das nicht“, sagt Mamsch.

Wirtschaftsbetriebe entschuldigen sich für den Vorfall

Den WBD hat er eine Mail geschrieben. „Wir haben uns für die Unannehmlichkeiten entschuldigt“, sagt ihr Sprecher Volker Lange. „Es kann vorkommen, dass das Schadstoffmobil wegen eines technischen Defekts nicht zum Einsatz kommt. Dann steht ein Mitarbeiter am vorgesehenen Standplatz, der die Kunden darüber informiert, dass das Schadstoffmobil nicht im Einsatz ist und der nächstgelegene Recyclinghof für die Abgabe angefahren werden kann.“ Er bestätigt, dass an diesem Tag nicht genügend Mitarbeiter für die Annahme von Mamsch’ Spraydosen anwesend waren. Das Schadstoffmobil sei für Bürger gedacht, die nicht mehr mobil sind und keine Möglichkeit haben, zu einem Recyclinghof zu kommen. „Das bedeutet allerdings nicht, dass Kunden mit einem Auto nicht ihre Schadstoffe bei dem Schadstoffmobil abgeben dürfen“, betont Lange.

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