Bildende Kunst

Wilfried Schaus-Sahm vereint Natur und Technik im Rundbild

36 Rundbilder zeigt Wilfried Schaus-Sahm in der Ausstellung „Tondo“ im Künstlerhaus Goldstraße in Duisburg.

36 Rundbilder zeigt Wilfried Schaus-Sahm in der Ausstellung „Tondo“ im Künstlerhaus Goldstraße in Duisburg.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Künstlerhaus Goldstraße in Duisburg zeigt seine Ausstellung unter dem Titel „Tondo“. Zum ersten Mal gibt es zur Eröffnung eine Uraufführung.

Zum ersten Mal wird im Künstler- und Atelierhaus Goldstraße eine Ausstellung mit einer Auftragskomposition eröffnet. Wilfried Schaus-Sahm, der 1997 die „Traumzeit“ erfunden und konzipiert hat, hat die Kölner Saxofonistin und Komponistin Christina Fuchs, die ihn bei einem Festival beeindruckt hatte, um ein kurzes Werk gebeten. Mit ihm wird am Freitag um 19 Uhr seine Ausstellung „Tondo“ eröffnet.

Nachdem er seine letzten Ausstellungen stets Mammutformate von bis zu zwölf Metern Breite aus Modulen bestückt hat, die schon wegen ihrer Größe nicht zu verkaufen waren, „konnte das so nicht weitergehen“, so Schaus-Sahm. Vor zwei Jahren habe er erste Versuche mit dem runden Format, das Tondo genannt wird, gemacht, das an eine lange Tradition anknüpft.

Gerhard Mercators Nordpol-Karte war eine Inspiration

Darauf gekommen sei er durch die Nordpol-Karte von Gerhard Mercator im Kultur- und Stadthistorischen Museum, wo er bis zur Pensionierung gearbeitet hat. „Sie ist zwar falsch, aber wunderschön.“ Er stieß auf berühmte Tondo-Vorbilder in der Renaissance und arbeitete sich über Kandinsky („Kreis im Kreis“) bis zu Baselitz vor.

Schließlich fand er seine Tondo-Handschrift. Ungewöhnlich ist, dass er auf Metallplatten von stets gleichem Format (in der Größe eines Verkehrsschilds) arbeitet. Für den Schaffensprozess versetze er sich in einen Zustand zwischen Meditation und Reflexion, stets begleitet von Musik Schaus-Sahm. So vor der Staffelei zu stehen, „ist der beste Zustand, ist absolute Freiheit“.

Motive aus Natur und Technik kommen zusammen

Auf die Platte kommen dann nach der Methode des gesteuerten Zufalls zum Beispiel Ausschnitte aus Zeitschriften, naturwissenschaftliche Zeichnungen, Mikroskop-Bilder von Einzellern, Nerven oder Atomkernen. Schaus-Sahm reagiert darauf unter anderem mit Sprühfarbe, Tusche oder Acrylfarbe. So entstehen zumeist farbstarke Bilder mit ornamentalen Strukturen, feinen Linien, Farbflächen, Bilder in denen Ruhiges auf Bewegtes und Natur auf Technik trifft. Surreale Bilder, die er immer wieder dreht, bis sie ihre Ausrichtung, ihr Oben und Unten gefunden haben.

Die Ausstellung bleibt bis zum 6. Oktober, dem Tag des offenen Ateliers, an der Goldstraße 15. Die Finissage beginnt um 17 Uhr; Termine unter 0203 / 27277, www.goldstrasse-15.de.

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