Kultur

Neues Kunstatelier in Rheinhausen: Eröffnung am 19. Oktober

Christel Klarhöfer und ihre Bilder: Am 19. Oktober eröffnet die Künstlerin ihr Atelier auf der Krefelder Straße 44.

Christel Klarhöfer und ihre Bilder: Am 19. Oktober eröffnet die Künstlerin ihr Atelier auf der Krefelder Straße 44.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Die Künstlerin Christel Klarhöfer eröffnet ein Atelier an der Kefelder Straße. Im ehemaligen Friseursalon verkauft sie Bilder und gibt Malkurse.

Manchmal muss man es einfach tun. „Ich habe schon so lange von einem eigenen Atelier geträumt“, sagt Christel Klarhöfer. Langsam dreht sich die Künstlerin um die eigene Achse und lässt ihr neues Reich in 360 Grad auf sich wirken. Die Wandfarbe ist noch nicht lange trocken, die Regale sind noch nicht alle eingeräumt und doch fühlt sich ihr kreativer Ort an der Krefelder Straße 44 schon vertraut an. Denn der Raum mit den großen Fensterscheiben trägt die Handschrift der 67-Jährigen. Überall hängen und stehen ihre eigenen Werke und lassen das spüren, was Christel Klarhöfer mit dem Pinsel auf der Leinwand zum Ausdruck bringt: „Malen bedeutet für mich, eine Fläche zu erzeugen, die Energie ausstrahlt.“Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Offiziell ist ihr „Mal Atelier“ noch nicht eröffnet, aber die Energie ihrer Bilder ist schon hinaus auf die Krefelder Straße geströmt. Die Leute bleiben stehen und gucken. Und das liegt nicht nur daran, dass es hier, im Herzen von Rheinhausen, zur Seltenheit geworden ist, dass sich ein leerstehendes Ladenlokal mit Leben füllt. Fasziniert sind Passanten vor allem deshalb, weil hier jemand Farbe und Kreativität in ihren Stadtteil bringt. Während wir zum Gespräch am großen Werktisch am Fenster sitzen, traut sich einer hinein, um nach Öffnungszeiten zu fragen: „Das ist ja toll, dass wir jetzt hier eine Kunstgalerie haben.“ Das rote Bild im Schaufenster hat es dem Besucher angetan. Er will wiederkommen.

Ein Basiskurs zur Acrylmalerei

Galerie, Atelier, Kursraum, künstlerisches Zentrum, Treffpunkt für Kreative und solche, die es werden wollen: Am Samstag, 19. Oktober, wird Christel Klarhöfer die Eröffnung des neuen „Mal Ateliers“ von 10 bis 16 Uhr feiern. Dann wird sie nicht nur ihre Bilder ausstellen (die auch gekauft werden können), sondern vor allem all das erklären, was sie geplant hat. Ab dem kommenden Jahr will die Rheinhauser Künstlerin in dem ehemaligen Friseursalon in die Welt der Farben eintauchen und zum Beispiel einen Basiskurs zur Acrylmalerei anbieten.

Manch einer wird die Künstlerin schon kennen, die in Bochum Malerei und Grafik studiert hat. Sie gibt schon lange Kurse für das Katholische Bildungsforum, arbeitet einmal pro Woche mit den Mädchen und Jungen der Sonnenschule in Rheinhausen, bietet Workshops und Einzelunterricht für Jugendliche und Erwachsene an und zieht mit Pinseln, Farbe, Leinwänden und einem Koffer voller Ideen jetzt aus dem heimischen Mini-Atelier in ihr neues künstlerisches Zentrum um. Ein intensives Glücksgefühl hat die Angst vor der eigenen Courage übertüncht. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Ein Satz, den sie nicht als Frage betont, sondern als Feststellung.

Dennoch: Der mutige Schritt hat Kraft gekostet. Wenn die Einweihung des Ateliers vollbracht ist, dann wird Christel Klarhöfer es bis zum Jahresende ruhig angehen lassen. Und das kann sie am besten mit dem Pinsel in der Hand und der Leinwand vor der Nase. Für die nächste Ausstellung des Gelsenkirchener Künstlerbundes, in dem sie aktiv ist, wird sie noch ein Werk zum Thema Luft beisteuern. Darauf freut sie sich schon. Schon eine Idee dazu? Die Künstlerin zuckt mit den Schultern. Vorgefertigte Pläne hat Christel Klarhöfer beim Malen nie. Vielleicht, das überlegt sie, könnte es in Richtung Himmel und Wasser gehen. „Eventuell beginne ich mit Weiß“, sagt sie und wischt diesen Gedanken auch schon wieder weg. „Ach, es kann genauso sein, dass alles doch ganz anders wird.“

Im Rausch der Farben

Christel Klarhöfer arbeitet intuitiv. „Ich beginne zu malen und sehe dann erst, was sich für Formen oder Figuren ergeben. Die arbeite ich dann heraus“, beschreibt sie ihre Herangehensweise. Das kann bei manchen Werken ein schöpferischer Akt von drei Tagen sein. Manchmal arbeitet sie aber auch ein ganzes Jahr an einem Bild und legt es immer wieder weg, bis ihr neue Inspirationen kommen. Wer sich in ihrem Atelier umschaut, sieht Rot. Eine Farbe, die in fast allen Motiven mitmischt. „Stimmt“, sagt die Künstlerin. „Die Farbe gehört zu mir.“ Überhaupt sind ihre Bilder bunter geworden. „Früher habe ich düsterer gemalt. Das mache ich kaum noch. Ich mag es mittlerweile farbenfroh.“

Genauso spontan wie sie an ihre Arbeit herangeht, vermittelt sie es auch ihren Schülern. „Jeder malt seine individuellen Bilder und ich unterstütze den Malprozess mit Tipps und Tricks. Hier kann jeder seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen.“ Und dabei im besten Fall erfahren, wie gut leidenschaftliche Malerei Leib und Seele tun kann. Christel Klarhöfer erklärt das so: „Die Areale des Gehirns, die durch den Stress belegt sind, schalten sich ab und die Kreativität bringt Freude, Frische und Gelassenheit.“ Wer’s ausprobieren möchte, kann das ab dem 19. Oktober im „Mal Atelier“ tun.

>>> ERÖFFNUNG UND INFORMATION

Das Mal Atelier an der Krefelder Straße 44 wird am Samstag, 19. Oktober, von 10 bis 16 Uhr offiziell eröffnet.

Mehr Informationen zur Künstlerin Christel Klarhöfer gibt es im Internet auf der Homepage der Künstlerin unter www.christelklarhoefer.de, Kontakt: 0172/2582606.

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