Chorgeschichte

Von der Konsumanstalt in die Megastadien

 Der evangelische Kirchenchor Hochheide feiert am 29. September sein hundertjähriges Bestehen muit einem Konzert.

 Der evangelische Kirchenchor Hochheide feiert am 29. September sein hundertjähriges Bestehen muit einem Konzert.

Foto: Egbert Schäffer / schäffer

Homberg.  Der evangelische Kirchenchor Hochheide wird 100 Jahre alt, hat eine nicht alltägliche Geschichte und feiert sein Jubiläum mit einem Konzert

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Der Evangelische Kirchenchor in Hochheide feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einem großen Konzert. „Wir hätten so gern die Gründungsurkunde gefunden“, sagt Gisela Thonicke und fügt enttäuscht hinzu: „Aber die ist den Wirren zwischen Weltwirtschaftskrise, Nationalsozialismus, Kriegszeit, Nachkriegsjahren und Wiederaufbau und den vielen Veränderungen in der Evangelischen Kirchengemeinde wohl unwiederbringlich verloren gegangen.“

Doch auch wenn die Gründung des Kirchenchors Hochheide nicht mehr nachweislich urkundlich verbrieft ist, es gibt ihn seit 1919, erzählt die Vorsitzende. „Denn wir wissen, dass er in diesem Jahr von Fritz Weimann, dem Leiter der hiesigen Konsumanstalt gegründet wurde. Und ein Zeitungsausschnitt des Jahres 1919 belegt, dass am 30. November eine geistliche Musikaufführung‘ mit dem Chor in der Evangelischen Kirche Hochheide stattfand“. Später, in der Zeit des Nationalsozialismus, ruhte der Chorbetrieb weitgehend. Ab 1946 gab es dann wieder regelmäßige Chorproben und jährliche Generalversammlungen. Gesungen wurde in öffentlichen Konzertauftritten, bei Hochzeiten und Jubiläen. Ein Thema wird wohl immer auf der Tagesordnung bleiben:

Geld für Noten, Solisten und Stimmbildung

Die Chorkasse muss gefüllt sein. Geld wird dringend benötigt für besondere Noten, um gute Solistinnen und Solisten bezahlen zu können oder auch für Stimmbildung. „Deswegen sind die Chorbeiträge und Spendeneinnahmen bei Konzerten so wichtig“, erklärt Musikerin Dorothee Kruchen-Berns. Seit 1995 ist sie Chorleiterin in Hochheide, seit dem Jahr 2007 übernahm sie auch den Evangelischen Kirchenchor der benachbarten Kirchengemeinde Moers-Scherpenberg. Beide Chöre singen jetzt verstärkend miteinander und wagen sich an große Werke von Mozart oder Fauré. Beim Pop-Oratorium „Martin Luther“ von Michael Kunze und Dieter Falk haben sie im Jahr 2017 gemeinsam mit 2500 Sängerinnen und Sängern anderer Chöre in den Mega-Arenen in Nordrhein-Westfalen mitgewirkt. Ein Riesenerlebnis und eine ebenso große Herausforderung für die Mitglieder des Chores anlässlich 500 Jahre Reformation.

Mitwirkung am Luther-Oratorium

Die Erinnerung daran dürfte nicht allzu schnell verblassen. „Wer hätte gedacht, was aus dem Chor des damaligen Konsumleiters alles werden würde“, lacht Gisela Thonicke.

Gefeiert wird das Jubiläum natürlich mit einem festlichen Konzert. Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens lädt der Evangelische Kirchenchor Hochheide am Sonntag, 29. September, zum Jubiläumskonzert in der Ev. Kirche Hochheide, Kirchstraße 107, ein. Ab 16 Uhr erklingen Werke von Mozart, Franck, Faure und Mendelssohn Bartholdy. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte am Ausgang wird gebeten.

Lieder von Mozart, Fauré und Franck

Zu hören sind zudem einige amüsante Anekdoten aus der Chorgeschichte, die die Chorvorsitzende Gisela Thonicke in detektivischer Arbeit den alten Kassenbüchern entlockt hat. Information zum Programm: Wolfgang Amadeus Mozart: „Te Deum“ und „Laudate Dominum“, César Franck: „Lobt Gott in seinem Heiligtum“, Gabriel Fauré: „Cantique de Jean Racine“, Felix Mendelssohn Bartholdy: „Hör mein Bitten“, Choralkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Unterstützt wird der Chor von Instrumentalisten und der Sopranistin Ute Steinhauer, die Leitung hat Dorothee Kruchen-Berns

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