Schlaglöcher

Viele marode Straßen in Duisburg: Das fordern die Parteien

Die Mainstraße in der Innenstadt gleicht einer Schlagloch-Mondlandschaft und steht auf der Prioritäten-Liste der Stadt. 3460 Schlaglöcher haben die WBD allein von November bis Februar geflickt.

Die Mainstraße in der Innenstadt gleicht einer Schlagloch-Mondlandschaft und steht auf der Prioritäten-Liste der Stadt. 3460 Schlaglöcher haben die WBD allein von November bis Februar geflickt.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Tausende Schlaglöcher muss Duisburg im Jahr flicken. Die CDU schickt „Schlagloch-Jäger los, die SPD fordert mehr Geld für Straßenunterhaltung.

Duisburg, Innenstadt, schmale Tempo-30-Straße, gesäumt mit schattenspenden Bäumen, zum Unterricht schlendernde Schüler, und das: unentwegt Geklapper und Gepolter: Die Mainstraße gleicht auf dem Teilstück vor dem Landfermann-Gymnasium einer Mondlandschaft. Dort her zu fahren, weckt unweigerlich Erinnerungen an Ausflüge in kaum asphaltierte Regionen dieser Welt. Schlagloch neben Schlagloch über eine Länge von 20 bis 30 Metern ärgern Autofahrer und halten die Straßenbauer der Stadt auf Trab. Kein Einzelfall. Duisburgs Straßen sind marode.

Allein von November bis Februar haben die Teams der Duisburger Wirtschaftsbetriebe (WBD) rund 3.460 Schlaglöcher geflickt. Zum Vergleich: Von November 2017 bis Mitte März 2018 waren es 4468 Schlaglöcher. Der Winter war da strenger. „Unsere Straßenkontrolleure sind regelmäßig unterwegs, um den Zustand des 1.250 km langen städtischen Straßennetzes zu kontrollieren“, so WBD-Sprecher Volker Lange.

Tempo 30 wegen Straßenschäden

Rund ein Dutzend Straßenbeschauer sind täglich im gesamten Stadtgebiet auf der Suche nach Fahrbahnschäden unterwegs. Diese werden dann in zwei Kategorien eingeteilt, berichtet Lange: Gefahren- und Schadensstellen. „Wenn Gefahr für Radfahrer oder Fahrzeuge besteht, weil die Schlaglöcher etwa zu tief sind, dann flicken wir die Stelle innerhalb von 48 Stunden“, so Lange. Andere bleiben länger.

Am Bethesda-Krankenhaus in Hochfeld zum Beispiel muss dann schon mal auf der Heerstraße Tempo 30 gelten. „Achtung Straßenschäden“, erklärt ein Schild.

Im Stadtwesten schickt die linksrheinische CDU derweil schon „Schlagloch-Jäger“ durch die Straßen. Die Politiker haben sich die Sanierung der Duisburger Straßen aufs Revers geschrieben. Sie riefen Bürger dazu auf, ihnen Buckel- und Stolperpisten via Facebook und WhatsApp zu melden.

Aus dem Jahr 2015 stammt die Zahl der Stadt, dass 20 Prozent der Straßen in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand sind.

Das kostet ein Schlagloch

Das Flicken eines Schlaglochs kostet rund 80 Euro, es wird kostengünstig mit reaktivem Asphalt geflickt. Durch Wasserzugabe härtet das Material von selbst und muss nicht mehr erhitzt werden. 1,7 Millionen Euro haben die WBD dafür in ihren „Flick-Topf“. Löcher stopfen ist eben deutlich günstiger, als die komplette Fahrbahn zu erneuern. Aber eben hier setzt ein Vorstoß der SPD an.

Sie fordert, dass das Budget für Straßenreparaturen deutlich erhöht wird und verweist darauf, dass die Stadt dank des ausgeglichenen Haushaltes dazu die finanziellen Möglichkeiten habe.

„Durch die jahrzehntelange Belastung des Haushalts mit Landes- und Bundesaufgaben sind die Straßen deutlich zu kurz gekommen. Jetzt sollten Möglichkeiten gefunden werden, das Engagement für bessere Straßen weiter zu erhöhen. Wir sagen Schlaglöchern in unserer Stadt den Kampf an“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Bruno Sagurna.

Schon im vergangenen Jahr hatte die SPD mit der CDU bei den Etatberatungen das Straßenunterhaltungsbudget um eine Million von knapp 29 auf etwas über 30 Millionen Euro erhöht. Jetzt soll mindestens noch eine Million oben drauf kommen. „Wir bekommen zu dem Zustand der Straßen sehr viele Rückmeldungen“, weiß Sagurna, dass Holperpisten bei den Bürgern nicht gut ankommen.

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