Gericht

Versuchter Totschlag ist Duisburger (43) nicht nachzuweisen

Der Angeklagte zu Prozessbeginn, hier mit seinem Verteidiger Ralf Büscher

Der Angeklagte zu Prozessbeginn, hier mit seinem Verteidiger Ralf Büscher

Foto: Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  Der Vorwurf, ein Duisburger (43) habe seine Freundin töten wollen, ist vom Tisch. Welche Strafe dem Angeklagten nun noch droht.

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Wegen versuchten Totschlags steht ein 43-jähriger Meidericher vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz. Am 1. September 2018 soll er versucht haben, seine 40-jährige Freundin in deren Wohnung in Marxloh zu ersticken. Doch die Vernehmung der Geschädigten ließ diesen Vorwurf am dritten Verhandlungstag zusammenbrechen.

Ein Streit um 20 Euro – für die beiden Süchtigen spielte das Geld offenbar eine große Rolle – hatte die Gewalttat ausgelöst. „Er hat gesagt, ich hätte das Geld genommen, das wir uns kurz zuvor geliehen hatten“, so die Geschädigte, die aufgrund psychischer Probleme nicht im Verhandlungssaal, sondern per Video-Übertragung aus einem anderen Raum des Gerichts vernommen wurde. „Ich wusste aber genau, dass er es hatte.“

Angeklagter brach Tat freiwillig ab

Daraufhin habe der Angeklagte sie zu Boden geschlagen. Sie habe sich durch den Schlag mit einer Flasche Bier gewehrt. „Da hat er geschrien, er bringt mich jetzt um.“ Der Angeklagte habe sie zu Boden gedrückt, ihr ein Stück Stoff in den Mund gedrückt und ihr die Nase zugehalten. „Ich habe etwa 15 bis 20 Sekunden lang keine Luft mehr bekommen. Als ich schon fast keine Kraft mehr zur Gegenwehr hatte, hat er plötzlich von mir abgelassen.“ Die 40-Jährige konnte aus der Wohnung flüchten.

So hatte die Zeugin die Tat bereits der Polizei geschildert. Um so erstaunlicher, dass die Staatsanwaltschaft dennoch einen versuchten Totschlag angeklagt hatte. Denn Juristen nennen das Verhalten des Angeklagten einen strafbefreienden freiwilligen Rücktritt vom versuchten Totschlag.

Dem 43-Jährigen droht nun nur noch eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Staatsanwältin forderte dreieinhalb Jahre Gefängnis für den bereits mehrfach vorbestraften Mann. Ein Urteil soll am 20. November verkündet werden.

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