Politik

Unfallserie von Josef Krings landet vor dem Rechtsausschuss

Bundespräsident Richard von Weizsäcker wird von OB Josef Krings im Wedau-Stadion empfangen, wo der Hubschrauber landete. Unfallfrei.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker wird von OB Josef Krings im Wedau-Stadion empfangen, wo der Hubschrauber landete. Unfallfrei.

Foto: Friedhelm Geinowski

Duisburg.  Josef Krings machte im hohen Alter noch Schlagzeilen: Als Unfallfahrer in Serie. Dafür wurde sogar ein Rechtsausschuss im Landtag eingesetzt.

Noch mit 87 Jahren fuhr Josef Krings, der jetzt verstorbene Alt-Oberbürgermeister, mit dem Auto durch Duisburg. Allerdings nicht immer unfallfrei. Seine Unfallserie brachte 2014 auch die Staatsanwaltschaft und den damaligen Innenminister Ralf Jäger ins Schwitzen. Ein Rechtsausschuss wurde eingerichtet:

Insgesamt fünf Unfälle gingen in kürzerer Zeit auf das Konto von Josef Krings, meist blieb es bei Blechschäden, in einem Fall wurde aber ein Fahrradfahrer verletzt, in einem anderen Fall ging es um Fahrerflucht.

Führerschein abgegeben und weiter Auto gefahren

Zwei Unfälle ereigneten sich, nachdem Krings seinen Führerschein bereits abgegeben hatte. Auch diese Verfahren stellte der Staatsanwalt ein und begründete: Krings sei geständig, „fast 88 Jahre alt und bisher ohne Fehltritt durchs Leben gegangen“.

Krings zahlte diverse Geldbußen zwischen 500 und 1000 Euro und fuhr weiter, ermittelt wurde nicht. Die Opposition guckte sich die Vorfälle genauer an. Kritisch betrachtet wurde vor allem die Rolle des damaligen Innenministers Ralf Jäger, der zugleich Unterbezirksvorsitzender der SPD in Duisburg war. Von einem „Prominentenbonus“ war die Rede und von politischer Einflussnahme auf die Staatsanwaltschaft. Justizminister Thomas Kutschaty betonte im Rechtsausschuss des Landtags jedoch, dass die Überprüfung der Vorgänge durch die Generalstaatsanwaltschaft keine Verstöße ergeben hätten.

Am Ende entschuldigte Krings sich öffentlich und bekannte: „Dass ich ein Auto nicht mehr hinreichend sicher durch den Straßenverkehr lenken kann und dass ich völlig zu Recht den Führerschein abgeben musste, war mir eigentlich klar“, erklärte er, aber es sei „wirklich schwer zu akzeptieren, wenn man so viele Jahre das Auto als selbstverständliches Fortbewegungsmittel genutzt“ habe.

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