Kultur

Trick 17 und echte Zauberei im Rumelner Kulturspielhaus

Magier Christopher Köhler bot den Zuschauern im Kulturspielhaus Rumeln banale Tricks, verblüffende Zauberei und viel Unterhaltung.

Magier Christopher Köhler bot den Zuschauern im Kulturspielhaus Rumeln banale Tricks, verblüffende Zauberei und viel Unterhaltung.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Rumeln-Kaldenhausen.  Der Magier Christopher Köhler begeisterte sein Publikum im Rumelner Kulturspielhaus mit dem Programm „Große Klappe – Tricks dahinter“.

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Am Ende seiner Auftritte sieht es gemeinhin in dem Veranstaltungssaal wie auf einem Schlachtfeld aus. Der Magier Christopher Köhler benötigt sehr viele Requisiten, die er nach Gebrauch auf die Bühne oder auch in die Menge schmeißt. „Manche Veranstalter wollen mich deswegen schon gar nicht mehr zu sich einladen“, sagt der Zauberer, der sich selbst als „den Charmantesten unter den Schamanen“ oder als „Gott des Gelabers“ im Rumelner Kulturspielhaus an der Dorfstraße anpreist.

Um die Stimmung am Anfang auf den Siedepunkt zu bringen, verteilt Köhler Schlüpfer in den ersten Reihen des Publikums, die die Damen werfen sollen, sobald er auf die Bühne springt. Claudia aus der ersten Reihe bekommt ein Megafon in die Hand gedrückt: „Du musst rufen: Ich will ein Kind von dir!“, so die magische Aufforderung. Maximaler Trommelwirbel wird durch die 90 Gäste entfacht. „Die Männer dürfen auch mit ‚Schlüpfis‘ werfen – schließlich komme ich aus Köln“, bedient Köhler gekonnt gängige Klischees.

Mit zackigen Floskeln und Russischem Roulette

Aber das macht der Mittdreißiger genial, bezieht das Publikum mit ein; bei Zaubertricks, die anfangs so banal daher kommen, dass sie nur müde beklatscht werden – oder eben überhaupt nicht funktionieren. So fliegen abgebrochene Zauberstäbe, wulstige Glubschaugen oder in Einzelteile zerlegte Zauberwürfel in die Menge bei seinem Programm „Große Klappe – Tricks dahinter“. Mit zackigen Floskeln wie „Schauen Sie, wieder mal ein Spitzentrick hier“ versucht der komische Magier, der wohl am besten „Trick 17“ beherrscht, seine Gäste bei der Stange zu halten. Doch dann funktionieren seine Zaubereien auf einmal. Eine Zuschauerin findet ihre vorgemerkte Karte aus der Vielzahl der anderen an der Zunge des Magiers klebend wieder. Oder Christopher Köhler spielt „Game of Phones“ mit Zuschauerin Bettina und ihrem 1000 Euro teuren Smartphone als neue Form des Russischen Roulettes.

Er lässt das Gerät von ihr in einen braunen Din-A5-Umschlag eintüten. Daneben existieren fünf andere baugleiche Kuverts, die er später von eins bis sechs nummeriert. Bettina würfelt nun eine Zahl und der Magier zerstört den gewürfelten Umschlag wahlweise mit seinen Füßen oder einem Hammer vor ihren Augen. Einen soll Bettina sogar noch selbst samt Inhalt zertreten. Am Ende blinkt aber tatsächlich das Handy noch in der letzten verbleibenden, braunen Tüte, als Bettinas Freund sie anruft. Ein Aufatmen bei den Zuschauern ist unüberhörbar.

Die Strippenzieher aus dem Publikum

Genauso, als der Magier sich von eben der gleichen Zuschauerin fünf Schnüre, die mit einem in seinem Mund befindlichen Angelhaken befestigt sein könnten – eine ist es aber tatsächlich – auf sein Kommando herausziehen lässt. Zum Glück hängt an der letzten gezogenen Schnur der Haken. „Vor einer Woche noch hat mir der Strippenzieher ein Stück von einem Zahn herausgebrochen dabei – zum Glück saß aber ein Zahnarzt im Publikum“, spricht der Magier süffisant über sein Berufsrisiko. Und ob ihm in Rumeln ein anwesender Zahnarzt sofort zur Seite gesprungen wäre, bleibt ungeklärt. Klaren Applaus gab es aber für eine witzig-zerfahrene Magier-Show, in der am Ende nach einer Publikumsnummer über 400 zerrissene Spielkarten, wie auf einem Schlachtfeld, auf dem Boden des Kulturspielhauses lagen…

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