Tiermedizin

Wo Frauchen und Herrchen lernen, ihren Hund zu massieren

So eine Massage ist schön entspannend – nicht nur für Menschen, auch Hunde genießen sie.

So eine Massage ist schön entspannend – nicht nur für Menschen, auch Hunde genießen sie.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Huckingen.   Hundephysiotherapeutin ist ein Ausbildungsberuf. Pia Belting zeigt Hundebesitzern, wo eine Massage hilft – und wo sie nicht zupacken sollten.

Verspannung in der Schulter, der Oberschenkel ziept, der Nacken schmerzt. Das lässt sich meist ganz einfach beheben, mit einem Gang zum Physiotherapeuten. Der beste Freund des Menschen hat es da nicht so leicht; mit einem Vokabular, das sich auf „Wau“ beschränkt, lassen sich die nervigen Wehwehchen nämlich nur schwierig beschreiben. Zum Glück gibt es aber Menschen wie Pia Belting. Die ist Hundephysiotherapeutin – doch, das ist ein Ausbildungsberuf – und kümmert sich um Schmerzen und Leiden der Vierbeiner, von denen ihre Besitzer nicht mal etwas ahnen.

Neben der Behandlung in ihrer Praxis in Huckingen gibt die Duisburgerin auch Kurse, damit Herrchen und Frauchen zu Hause selber Hand anlegen können. An diesem Vormittag haben fünf Hunde und ihre Besitzer den Weg in die Praxis gefunden.

Besitzer können Schmerzen bei ihrem Hund lindern

„Man kann als Besitzer zum Beispiel Schmerzen bei seinem Tier lindern, unabhängig vom Alter des Hundes“, erklärt die Expertin. „Die Leute lernen hier aber nur die einfachen Griffe, damit sie nicht aus Versehen bleibende Schäden anrichten.“ Ihr neunjähriger Rüde Baxter dient dabei als äußerst diszipliniertes Vorführobjekt, genauso wie Kalle. Der lässt die Demonstrationen und Vorführungen mit stoischer Ruhe über sich ergehen, was aber auch daran liegen könnte, dass er ein Skelett und aus Plastik ist.

An Kalle lernen die Teilnehmerinnen, die Knochen ihrer Vierbeiner zu lokalisieren, im Anschluss dann, wo die entsprechenden Muskelgruppen sitzen. Bevor es dann ans lebende Objekt geht, erklärt Pia Belting noch, wann und wo auf keinen Fall massiert werden darf, bei diversen Erkrankungen oder direkt auf dem Knochen zum Beispiel.

Eine Massage entspannt auch die Hunde

Als es an die Vorbereitung zur Massage geht, mit heißen Rollen und warmen Dinkelkissen, nicken die ersten Tiere langsam weg. „Das ist immer wieder zu beobachten“, freut sich Belting, „selbst der hibbeligste Hund wird ganz entspannt und ruhig, wenn es an die Massage geht.“ Hund Ted, genannt Teddy, findet die heiße Rolle nicht so prickelnd, doch als Frauchen Mechthild Bongartz mit dem Dinkelkissen über die Wirbelsäule streicht, fallen auch ihm langsam die Augen zu. Der sanfte Riese Salty äußert seine Entspannung derweil ein bisschen anders: Der Labrador fühlt sich offenbar so wohl, dass er seinen Darmwinden freien Lauf lässt.

Dann geht es ans Eingemachte: Der erste Massagegriff ist die sogenannte Rollung, „wie wenn Ihr Knete zwischen den Händen rollt“, erklärt Pia Belting. So werden die Beinmuskelgruppen gefasst und massiert, das wirkt zum Beispiel schmerzlindernd. „Mit der Zeit werdet Ihr lernen, Euren Hund zu lesen“, versichert die Expertin, „der sagt euch mit Körpersignalen, wann es ihm genug ist.“ Baxter allerdings scheint überhaupt nie genug zu kriegen und liegt tiefenentspannt auf seiner Matte. Wie Reinhard Mey einst sang: „Es gibt Tage, da wünscht’ ich, ich wär’ mein Hund.“

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