Plastik sparen

Supermarkt: Riesennachfrage nach Mehrwegdosen beim Wurstkauf

Kommt nicht in die Tüte: Die Mehrwegboxen an den Fleisch- und Käsetheken ersetzen jetzt bei vielen Kunden die alte Plastiktüte.

Kommt nicht in die Tüte: Die Mehrwegboxen an den Fleisch- und Käsetheken ersetzen jetzt bei vielen Kunden die alte Plastiktüte.

Foto: Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Huckinger Edeka ist einer der ersten Supermärkte in Duisburg, die Frischwaren in Mehrwegdosen verpacken. Er musste schon Dosen nachbestellen.

Beim Einkaufen Verpackungsmüll sparen, ohne dafür extra in einen Unverpacktladen fahren zu müssen: Das ist die Idee hinter den Mehrwegdosen für Fleisch, Wurst und Käse, die der Edeka-Markt am Angerbogen vor kurzem als einer der ersten Supermärkte in Duisburg eingeführt hat. Jetzt, gut drei Wochen nach dem Start, steht fest: Das Nachhaltigkeitsprojekt ist ein Erfolg. So sehr, dass es sogar Nachschubschwierigkeiten gab.

„Die Mehrwegboxen sind so gut angekommen, dass wir Probleme hatten, Nachschub zu ordern“, freut sich Jürgen Buchholz. Der Marktleiter hatte zu Beginn der Aktion 400 Boxen bestellt, die sind mittlerweile im Umlauf. 800 Stück hat er nachbestellt, so dass bald dreimal so viele Boxen wie zum Start der Aktion darauf warten, an den Frischetheken mit Ware befüllt zu werden – und zwar ohne Verpackungsmüll.

So finden die Kunden das neue Mehrweg-Konzept

„Find’ ich super“, sagt Kunde Josmar Leithe über die Idee. Sobald wieder Dosen da sind, will er auch eine kaufen. „Seitdem ich Rentner bin, bin ich für den Einkauf und das Kochen zuständig“, erzählt er. „Da fällt einem erstmal auf, was man da alles mitschleppt.“ Nämlich nicht nur Fleisch, Gemüse, Obst, sondern auch: viel Verpackungsmüll. Gemüse kauft Leithe lose ein statt in einer Plastiktüte, demnächst dann auch Fleisch, Wurst und Käse.

Auch Nicole Hartmann gefällt die Idee der Mehrwegdosen, auch wenn sie keine hat: „Hab ich jetzt gar nicht dran gedacht“, sagt sie und fühlt sich ertappt. „Wir haben auch so Netze“, erzählt sie, um die dünnen Plastiktüten beim Obstkauf einzusparen. „Ich vergess’ nur immer, die mitzunehmen.“

Die Wurstdosen werden im Supermarkt professionell gereinigt

Und so funktioniert das Konzept der Mehrwegdosen: Die Kunden bekommen beim Einkauf auf Wunsch eine Dose zum Aufpreis von fünf oder sechs Euro je nach Größe, die sie nach dem Gebrauch zu Hause säubern. Im Supermarkt geben sie die geleerte Dose ab und bekommen dafür einen Pfandbon. Den können sie an der Fleisch- oder Käsetheke gegen eine professionell gereinigte Mehrwegbox eintauschen und wieder befüllen lassen.

Den Erfolg der Mehrwegboxen macht Jürgen Buchholz an dem aktuell prominenten Thema des Umweltschutzes fest. „Das ist schön zu sehen, dass die Leute so begeistert von der Aktion sind und das Thema des Umweltschutzes auch im Alltag, zum Beispiel eben beim Einkaufen, ein größerer Aspekt wird.“ Jetzt müssen die Kunden nur noch daran denken, ihre Boxen auch in den Supermarkt mitzunehmen.

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