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Schweizer macht die Ausgabe Duisburg-Süd zum Sammlerstück

Der Schweizer Werner Steiner hat schon mehr als 1700 Zeitungen aus aller Welt für seine Sammlung zusammengetragen (hier mit einer finnischen Zeitung).

Der Schweizer Werner Steiner hat schon mehr als 1700 Zeitungen aus aller Welt für seine Sammlung zusammengetragen (hier mit einer finnischen Zeitung).

Foto: Werner Steiner

Duisburg-Süd.   Werner Steiner sammelt Zeitungen, mehr als 1700 Stück hat er schon. Für seine Sammlung will er unbedingt die Ausgabe Duisburg-Süd haben.

Die WAZ Duisburg-Süd wird zum Sammlerstück: Mehr als 1700 Zeitungen hat Werner Steiner schon gesammelt, nun will er seine Sammlung um die Südausgabe ergänzen. Das Sammlerstück ist mit dem heutigen Tag auf dem Postweg in die Schweiz. Denn: Der Mann ist Schweizer. Zeitungen sammelt er allerdings aus der ganzen Welt. Doch von Anfang an.

1951 wird Werner Steiner geboren, der Vater Buchdrucker, die Mutter Buchbinderin. „Ich bin mit Druckerschwärze aufgewachsen“, sagt er. Sie klebt ihm nicht nur an den Fingern, sie erobert auch sein Herz. Buchstaben auf Papier prägen seine Kindheit, „samstags konnte ich als Knabe mit meinem Vater mitgehen“. Ein Freund des Vaters ist Schriftsetzer, die Druckerei im gleichen Haus, auch dorthin geht Werner Steiner mit. „Die Zürcher Zeitung erschien dreimal am Tag: morgens, mittags, abends.“ Er ist fasziniert. Und verliebt. Doch noch weiß er nicht, wie er seiner Liebe Ausdruck verleihen kann.

Für die Swiss Air verteilt er Zeitungen auf Flugzeuge

Das kommt erst später, als das Berufsleben ihn zur Fluggesellschaft Swiss Air verschlägt. In seiner Abteilung kommt Post aus der ganzen Welt an – und Zeitungen. Wieder schnuppert Werner Steiner Druckerschwärzeduft. Seine Aufgabe ist es, die Zeitungen auf die Flugzeuge zu bringen. „New York Times, Washington Post, Guardian, Times, Süddeutsche, Berliner Morgenpost“ – Steiner kann die Namen noch heute aufzählen. Zeitungen. Druckerschwärze; Buchstaben auf Papier. Die Seiten erzählen Geschichten und aus der großen, weiten Welt. Die alte Liebe flammt wieder auf. „Wenn ich nach Hause ging, habe ich daran gerochen und geträumt.“

Aus dem Traum wird eine Sammlung. Seine Sammlung. 1984 fängt er damit an, Titel für Titel, Blatt für Blatt. Jede Zeitung eine Liebeserklärung. Bald stößt er an Grenzen: nicht von Ländern, sondern von Platz. „Die Zeitung fürs Wochenende wog zwei, drei Kilogramm, die war extrem dick.“ Schnell stapeln sich die ersten Meter Zeitungen, denn: 20 Zeitungen sind ein Meter. Also sammelt er zunächst nur das, was er Zeitungsköpfe nennt: Das äußerste Blatt mit dem Titel drauf.

Der Sammler hat inzwischen mehr als 1700 Zeitungen

Heute bereut er das, längst bewahrt er alles auf von allen Zeitungen, die er in die Finger bekommt. Seine Sammlung, die inzwischen mehr als 1700 Exemplare umfasst, lagert in säurefreien Kartons. Das ist wichtig, denn „die älteren Zeitungen haben mehr Holzanteil“, trotzdem sollen sie nicht zerfallen. Dabei ist es gar nicht sein Ziel, archivarische Zeitungen zusammenzutragen. Ihm geht es darum, Zeitungen zu sammeln, die noch in gedruckter Form erscheinen. Solche wie die WAZ Duisburg-Süd.

Das Digitale hat es ihm nicht so angetan. Buchstaben auf Displays sind nicht seine Welt. Es fehlt das Papier. Der Geruch. Die Haptik. Ab und zu breitet Werner Steiner seine Zeitungen aus und macht ein neues Foto von sich und seiner Sammlung. Dann ist er wieder da, der Geruch von Druckerschwärze. In seiner Nase. Und tief in Werner Steiners Herzen.

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