Schule

Schulimkerei will diesen Sommer den ersten Honig ernten

Die Mitglieder der Bienen-AG an der Gesamtschule Süd in Duisburg freuen sich auf ihre erste Honigernte.

Die Mitglieder der Bienen-AG an der Gesamtschule Süd in Duisburg freuen sich auf ihre erste Honigernte.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Großenbaum.  Seit einem Jahr gibt es an der Gesamtschule Süd eine Schulimkerei. Für ihre erste Honigernte in diesem Sommer haben die Schüler schon Pläne.

Stiche bekommen haben sie noch nicht, die Mitglieder der Bienen-AG; Honig allerdings auch noch nicht. 20 Schülern der Jahrgangsstufe 7 summt der Kopf von all dem neu angeeigneten Schwarmwissen: Sie sind die Pioniere der Schulimkerei an der Gesamtschule Süd.

Seit einem Jahr kümmern sich die Schüler des MINT-Zweigs um 30.000 Bienen. Die sprichwörtlich fleißigen Tierchen sind ihrem Ruf bislang nicht gerecht geworden: Honig konnten die jungen Imker noch keinen ernten. Doch was nicht ist, soll noch werden: „Diesen Sommer geht’s los“, verspricht Lehrer und Bienen-AG-Leiter Benjamin Dwoshak. Die süße Ernte wollen die Schüler auf dem Adventsbasar der Schule verkaufen.

Drohnen? „Die schwängern die Königin“

Bisher haben die Siebtklässler mehr theoretisch als praktisch gearbeitet: „Wir haben bestimmt, was es für Bienenarten gibt“, erzählt Gabriel (13), und dann wurde es doch praktisch; allerdings am Mikroskop statt an der Beute, dem Zuhause der Bienen: „Wir haben auch Bienen auseinandergenommen.“ Nicht nur auseinander; auch „auf die Hand“, wie ein Mädchen erzählt. Biologieunterricht ganz greifbar – kein Wunder, dass bei den Schülern einiges an Wissen kleben geblieben ist: „Die Königin legt bis zu 2000 Eier am Tag“, gibt Daniel seines weiter, und: „Drohnen sind die männlichen Bienen, die nur dazu da sind, die Königin zu schwängern.“

„Ohne den Imker würde die Honigbiene nicht überleben“

Wie praktisch, denn die Schulimkerei soll wachsen; aus dem einen Wirtschaftsvolk sollen bis Ende des Sommers sechs werden. Dazu ist neulich ein Wildfang gekommen: ein Schwarm mit 5000 Bienen, den Lehrer Dwoshak draußen eingesammelt hat. „Wenn man die nicht fängt, sterben sie“, erklärt er. „Ohne den Imker würde die Honigbiene nicht überleben.“

Aus dem Schwarm soll erst noch ein Volk werden. Die Schwarmlust kennen allerdings auch die Wirtschaftsbienen des Volkes: Einmal pro Woche überprüfen die Schüler, ob sie ausschwärmen und einen neuen Schwarm gründen wollen. Erkennbar wird das am sogenannten Zapfen, der Zelle für eine neue Königin. Finden sie eine, haben sie zwei Möglichkeiten: „Entweder wir machen daraus neue Völker, oder wir machen den Zapfen kaputt“, sagt Dwoshak.

Im Biologiestudium Bienen dressiert

Der Leiter der Bienen-AG hält auch privat Bienen, und im Gegensatz zu seinen Schülern hat er schon Honig geerntet. Im Biologiestudium „haben wir die Bienen dressiert““, seitdem ist er von den schwarz-gelben Tieren fasziniert.

Faszination, die er an die Teilnehmer der Bienen-AG weitergibt. Zumindest in diesem Punkt mit Erfolg: „Ich hab’ Hunger auf Honig“, sagt Gabriel.

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