Männerchor

Nachwuchssorgen gibt es auch beim Wanheimer Sängerbund

Das Freundschaftssingen – hier tritt der MGV Sängerbund in der Evangelischen Kirche in Wanheim auf – mit verschiedenen Chören ist sehr beliebt und ein beliebtes Mittel, um den Mitgliederschwund zu bekämpfen.

Das Freundschaftssingen – hier tritt der MGV Sängerbund in der Evangelischen Kirche in Wanheim auf – mit verschiedenen Chören ist sehr beliebt und ein beliebtes Mittel, um den Mitgliederschwund zu bekämpfen.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wanheim.  Der Mitgliederschwund in den Männergesangsvereinen ist keine Seltenheit. Trotz Nachwuchssorgen geht es dem MGV Sängerbund 1871 noch recht gut.

„Wir sind ja noch auf der guten Seite“ erklärt Chorleiter Axel Quast erleichtert. „Sein“ MGV Sängerbund 1871 aus Wanheim steht, mit Blick auf andere Männergesangvereine, tatsächlich sehr gut da. 40 Sänger proben wöchentlich alte und moderne Lieder.

„Nachdem sich der Stadtwerkerchor leider aufgelöst hat, sind gute zehn Sänger zu uns gewechselt, das hat uns natürlich geholfen“, weiß Walter Hardacker, Geschäftsführer des Chors. Trotzdem: Vom Mitgliederschwund und der Überalterung der MGV sind auch die Wanheimer Sänger nicht verschont geblieben. Das jüngste Mitglied ist 58, „obwohl wir auch moderne Sachen singen“, ärgert sich Sänger Ralf Else, „kommen die jungen Leute nicht mehr zum Singen“.

Nun mag Liedgut von Udo Jürgens oder den Beatles für die jüngeren Generationen nicht mehr als modern durchgehen, Walter Hardacker sieht aber noch ein anderes Problem. „Es will ja keiner was mit uns alten Säcken zu tun haben“, grinst er, und erinnert sich an seinen Einstieg in den Verein. „Da haben wir uns mit zehn, fünfzehn jungen Männern zusammengetan und sind einfach Singen gegangen.“ Das mache ja heute kaum noch jemand.

Freundschaftssingen ist beliebt

Wenn sich heute wieder eine junge Gruppierung im Chor bilden würde, glaubt der MGV-Veteran, würde das ganz automatisch andere junge Sangesbegeisterte anlocken. Auch das Konzept des „Freundschaftssingens“ mit anderen Chören ist mittlerweile ein beliebtes Mittel, um den Mitgliederschwund zu bekämpfen. Aber es herrsche im Duisburger Süden längst nicht zwischen allen Chören ein freundschaftliches Verhältnis. „Da gibt es Konkurrenz und alte Feindschaften, das hilft natürlich nicht“, ärgert sich Else. Intern, und davon schwärmen alle Sänger unisono, sei der Chor aber wie eine Familie.

„Familienoberhaupt“ Axel Quast glaubt, das besondere Ziele, wie große Auftritte, Anreize für einen Eintritt sein können. Daran mangelt es den Wanheimern nicht, auf ihren Chorreisen („mit Frauen!“) sangen die Duisburger schon in Belgien, Hamburg, der Luxemburger Philharmonie oder zuletzt vor 1300 Zuhörern im Straßbourger Dom bei einem Hochamt.

Gemischter Chor ist kein Thema

Ein gemischter Chor ist für die Wanheimer – erstmal – kein Thema. „Das ist ein traditioneller Männerchor, und wir singen auf Konzerten gerne mit Frauenchören zusammen, aber der MGV bleibt erstmal ein Männerding.“

Wer den Herren so beim Singen zuschaut, sieht und hört die Begeisterung für die Vokalmusik. Trotzdem kämpfen Chöre wie der MGV Wanheim, Vokalensembles, Orchester und andere Formationen mit Mitgliedermangel, die potenziellen Gründe sind ebenso vielfältig wie schwer zu beheben. Sei es das unausgereifte JeKits-Projekt, das stiefmütterlich behandelte Schulfach Musik oder generell mangelhafte Kulturerziehung – wer nicht schon als Kind mit der Musik in Kontakt kommt, wird als 30-Jähriger kaum noch in einen Männergesangverein eintreten.

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