Hauptschule

Letzter Tag für die letzte Hauptschule im Duisburger Süden

Die kommissarische Schulleiterin Sabine Wiese und ihr Stellvertreter Heiko Gerlach schauen noch einmal auf ihre Schule. Die Hauptschule verabschiedet am heutigen Freitag die letzten Schüler.

Die kommissarische Schulleiterin Sabine Wiese und ihr Stellvertreter Heiko Gerlach schauen noch einmal auf ihre Schule. Die Hauptschule verabschiedet am heutigen Freitag die letzten Schüler.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wanheim.   An der Hauptschule Beim Knevelshof in Wanheim werden am Donnerstag und Freitag die letzten Schüler verabschiedet. Die Hauptschule schließt.

Bunte Kreppbänder wehen an den Bäumen auf dem Schulhof der Gemeinschaftshauptschule Beim Knevelshof. Die Schüler und Lehrer haben sich für die Abschlussfeiern schick gemacht, es gibt Häppchen und Knabberzeug. Wenn am Freitag, 5. Juli, die letzten Schüler des neunten Jahrgangs ihr Zeugnis erhalten haben, ist die Wanheimer Hauptschule Geschichte.

Für Sabine Wiese war schon an ihrem ersten Tag zum Schuljahr 2015/2016 klar, dass sie die Hauptschule Beim Knevelshof für immer abschließen wird. „2015 haben wir noch einmal mit der GHS Hitzestraße fusioniert, seitdem haben wir nur noch Quereinsteiger auf unserer Schule angenommen“, sagt die kommissarische Schulleiterin, die zum neuen Schuljahr Konrektorin an einer Realschule in Gelsenkirchen wird. „Es ist schon ein komisches Gefühl, dass wir hier jetzt drei Abschiede feiern. Vom den Schülern des zehnten und neunten Jahrgangs und von der gesamten Schule.“

Gepackte Container in den Räumen

Seit Wochen stehen in sämtlichen Räumen gepackte Container, es wurde unzähliges Material gesichtet, ausgemistet und brauchbare Dinge wurden an andere Hauptschulen verteilt. Der komplette Neubau der Hauptschule steht bis auf die Cafeteria längst leer und mit dem Beginn der letzten Woche vor den großen Ferien werden alle Räume leer gefegt sein.

14 Lehrer haben in den letzten Jahren noch an der sogenannten Brennpunktschule in Wanheim gearbeitet. Viele junge Lehrer haben sich schon vor dem Schuljahr an der Hauptschule nach Alternativen umgeschaut. Das kam für Ursula Kröber nicht in Frage. Ganz im Gegenteil. „Ich hätte schon vor zwei Jahren in Pension gehen können, aber das wollte ich nicht. Ich wollte meine Kollegen nicht im Stich lassen und auch meine Schüler bis zuletzt begleiten“, sagt die 68-Jährige. Wie auch Sabine Wiese ist sie vom Konzept der Hauptschule überzeugt. „Es gibt doch heutzutage kaum noch eine Schule, an der die Lehrer wirklich alle Schüler mit Namen ansprechen können“, sagt Kröber, die Deutsch, Englisch und Sport unterrichtet. „Die Beziehung an der Schule zu den Schülern war und ist noch immer sehr gut, richtig familiär.“

Abschied von der Schulform

Ursula Kröber hat 1988 an der Hauptschule Beim Knevelshof begonnen, hat alle Veränderungen durchgemacht und viele Schüler und Kollegen kommen und gehen sehen. „In unserer Hochzeit haben wir hier Schüler aus 25 Nationen unterrichtet. Das war nicht immer leicht, aber wir haben das alle sehr gerne gemacht.“

Sabine Wiese verabschiedet sich schweren Herzens von der Wanheimer Hauptschule und von der Schulform Hauptschule an sich. „Ich bin von ganzem Herzen Hauptschullehrerin. Für mich geht es mit einer anderen Schulform weiter und für das Gebäude hier ja auch.“

Nach den Sommerferien wird die Sekundarschule am Biegerpark ihren Zweitstandort Beim Knevelshof 21 eröffnen und mit rund 132 Schülern einziehen.

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