Tag der offenen Gärten

Kontrolliertes Chaos im Duisburger Garten

Aus dem gemütlichen Fachwerkhaus geht es direkt in die Idylle des Gartens.

Aus dem gemütlichen Fachwerkhaus geht es direkt in die Idylle des Gartens.

Foto: Tamara Ramos

Duisburg-Wedau.  Andreas Erichsens Garten in Wedau sieht wild und natürlich aus, aber die grüne Oase macht viel Arbeit.

Der eigene Garten, ein Ort der Erholung. Doch von nichts kommt nichts, wer sich in einer grünen Oase erholen will, muss auch eine Menge dafür tun. Davon kann Andreas Erichsen ein Lied singen, sein wilder Garten in Wedau braucht eine Menge Pflege. Zitat: „Im Sommer arbeiten wir am Wochenende bis zu sechs Stunden“, sagt der Künstler. Dabei begann die Geschichte von Erichsens grünen Daumen eigentlich mit dem Wunsch, so wenig wie möglich im Garten tun zu müssen. „Eigentlich kam ich nur auf die Idee, weil ich so wenig Rasen mähen wollte wie nur irgend möglich.“, lacht der leidenschaftliche Gärtner.

Stolzer Gärtner

Wenn der Besucher das gemütliche Fachwerkhaus Erichsens verlässt, begegnet man einem geordnetem Chaos. Auf den ersten Blick fällt das wildwuchernd-gepflegte Grün ins Auge, das den künstlich angelegten Teich fast vollständig bedeckt. Dahinter liegt eine Sandfläche, die für gelegentliche Boule-Spiele mit Freunden zur Verfügung steht. Der hintere Teil dieses kleinen Paradieses scheint mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet und dem Dickelsbach zu verschmelzen, wodurch der Eindruck eines eigenen Waldstückes entsteht. Auf einer kleinen Brücke über dem Bach hat Erichsen die idyllischste der vielen Sitzecken im Garten eingerichtet. In der Grillhütte mit Platz für 16 Personen und angeschlossener Sauna wurde schon die ein oder andere rauschende Silvesternacht gefeiert.

Am morgigen Sonntag, 9. Juni, ist Andreas Erichsen besonders stolz darauf, Interessenten seinen Garten im Rahmen des „Tag der offenen Gärten“ zu präsentieren und für Anregungen bei seinen Besuchern zu sorgen. Die Verpflegung für die Besucher kommt dabei natürlich auch aus Erichsens Beeten, die Kräuterlimonade hat der Gärtner aus seinen eigenen Pflanzen hergestellt. Neben selbstangelegten Kräuterecken wachsen auch Feigen, Äpfel, rote Johannisbeeren, Liebstöckel, Pfefferminz, Lakritz und Spitzwegerich.

Tiere lieben den Garten

Der naturbelassene Garten ist auch in der Tierwelt ein willkommener Lebensraum. Die dort seit mehreren Generationen laichenden Frösche werden zwischendurch von Enten aus dem naheliegend Teil des Waldes gefressen, aber das weiß Erichsen durch das Abdecken des Teiches über den Winter zu verhindern. „Der Teich sah aus als würde er kochen, wegen der vielen Kaulquappen“, erinnert sich der Künstler. Auch Libellen und Eidechsen haben, neben den neuen Honigbienen, ein zu Hause gefunden.

Es war gar nicht so leicht für Erichsen den jetzt blühenden Garten aufzubauen, weil der Bauschutt der alten englischen Villa an selber Stelle noch auf den Grundstück liegt. „Auf diesem Gerümpel liegt nur sehr wenig Muttererde“, erläutert der Experte.

Trotz der vielen Arbeit ist Erichsen auch nach über zehn Jahren noch in seinen Garten verliebt. „Es macht einfach Spaß dieses Fleckchen Natur zu erleben.“

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