Spielplatz

Großmutter vermisst WC am Spielplatz an der 6-Seen-Platte

Der Waldspielplatz Wambachgrund an der Sechs-Seen-Platte ist so beliebt, dass sich viele Familien stundenlang dort aufhalten. Eine Toilette gibt es allerdings nicht in der Nähe. Foto:

Der Waldspielplatz Wambachgrund an der Sechs-Seen-Platte ist so beliebt, dass sich viele Familien stundenlang dort aufhalten. Eine Toilette gibt es allerdings nicht in der Nähe. Foto:

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wedau.   Viele Familien bleiben stundenlang auf dem Waldspielplatz an der Sechs-Seen-Platte. Doch irgendwann drängt sich ein Problem auf: Es gibt kein WC.

Für 300.000 Euro wurde der Waldspielplatz an der Sechs-Seen-Platte saniert und umgestaltet. Doch an einer Sache wurde bedauerlicherweise gespart, meint WAZ-Leserin Rosemarie Weien: an Toiletten. Wenn die Seniorin mit ihrem Enkel den Waldspielplatz an der Sechs-Seen-Platte besucht, steht sie regelmäßig vor einem Problem. Denn wer auf Toilette muss, hat in der Nähe des Spielplatzes keine Möglichkeit.

„Ich wohne zwar in der Nähe“, so die 76-jährige Wedauerin. „Aber ich bin auf einen Rollator angewiesen und brauche für Hin- und Rückweg gut eine Stunde.“ Für sie ist es daher nicht verständlich, warum in der Nähe des Spielplatzes keine Toilettenanlagen gebaut worden sind. „Ich glaube auch nicht, dass ich mit dem Problem alleine bin.“

Für die Unterhaltung der rund 300 städtischen Spielplätze auf Duisburger Stadtgebiet sind die Wirtschaftsbetriebe zuständig. Dazu gehört auch der Waldspielplatz an der Sechs-Seen-Platte. „Ich verstehe absolut, was Frau Weien meint, aber es ist leider finanziell nicht möglich alle Spielplätze mit Toilettenanlagen auszustatten“, sagt WBD-Sprecherin Sarah Lampe.

Vandalismus befürchtet

Abgesehen von den hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten, käme noch hinzu, dass öffentliche Toilettenanlagen leider häufig Ziel von Vandalismus würden, so Lampe.

In vielen Fällen lägen die Spielplätze zudem in angrenzender Nachbarschaft zur Wohnbebauung, so dass man auf die eigene Toilette gehen könne. Für Rosemarie Weien keine zufriedenstellende Begründung. „Es muss ja nicht auf jedem Spielplatz eine Toilettenanlage zur Verfügung steht“, meint die Wedauerin. „Aber auf solch’ großen Spielplätzen wie dem Waldspielplatz bleibt man ja Stunden lang. Da müssen Menschen dann unweigerlich irgendwann mal auf die Toilette.“

In die Büsche schlagen

Außerdem befürchtet Weien, dass sich viele Kinder und Eltern einfach in die Büsche schlagen, um dort ihre Notdurft zu verrichten. Und das könne doch auch keine Lösung sein. Auch Bonu Hak, die zu Besuch bei ihrer Schwester in Duisburg ist, genießt das schöne Wetter gerne mit ihren Kindern auf dem Waldspielplatz. „Der Spielplatz ist wirklich toll geworden, die Kinder haben hier unheimlich viel Spaß“, sagt die 34-jährige Mutter. „Aber die Toilettensituation ist doch sehr problematisch, vor allem am Wochenende, wenn hier richtig was los ist.“.

Es ist keine Lösung in Sicht

Sarah Lampe bedauert, dass im Moment keine Lösung in Sicht ist. „Sogar auf Friedhöfen haben wir mit öffentlichen Toiletten und Vandalismus schlechte Erfahrungen gemacht“, so Lampe. „Uns sind da auch ein bisschen die Hände gebunden.“ Die Argumentation der Stadt stößt auch auf Verständnis. „Also ich persönlich habe noch nie einen Spielplatz gesehen, der mit Toiletten ausgestattet ist“, sagt Eva Dene, die mit Ehemann und Enkelkindern aus Mülheim zum Waldspielplatz gekommen ist. Ehemann Peter Dene ergänzt: „Man kann ja nicht für jeden und alles eine Infrastruktur schaffen, wer soll das denn alles zahlen?“

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