Kabarett

Feines Kabarett im Duisburger Steinhof mit Nils Heinrich

Nils Heinrich begeistert das Publikum im Turmzimmer des Steinhofs mit feinem Kabarett.

Nils Heinrich begeistert das Publikum im Turmzimmer des Steinhofs mit feinem Kabarett.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.   Der Berliner Kabarettist Nils Heinrich hat am Donnerstag das Publikum im Duisburger Steinhof begeistert.

Herzerfrischendes Kabarett wurde am Donnerstagabend im Huckinger Steinhof geboten. Nils Heinrich, der jeden Dienstag im WDR-Hörfunk satirisch unterwegs ist, war dort mit seinem aktuellen Programm „Aufstand“ zu Gast.

Satirische Betrachtungen

Der Rahmen war eher intim, rund 70 Kabarettfreunde hatten sich im schnuckeligen Turmzimmer des Steinhofs eingefunden. Dabei hätten seine hochintelligenten satirischen Betrachtungen ein größeres Publikum verdient gehabt. „Ich mach nur Spaß“, rief der in Berlin lebende Kabarettist seinem Publikum zu, als seine Zeitgeist-Betrachtungen schon mal allzu drastisch ausfielen. „Ich komme aus dem Teil Deutschlands, den man früher ,Drüben’ nannte“, stellte sich der aus der Nähe von Halle stammende Kleinkünstler vor.

Nach eigenen Angaben hat er Zahnfüllungen aus zwei Gesellschaftssystemen im Mund, dem drohenden Brexit kann Heinrich nur ein müdes Lächeln abgewinnen: „Ich hab ein ganzes Wirtschaftssystem kollabieren sehen, dagegen ist der Brexit ein Kindergeburtstag.“ Jetzt beobachtet der zweifache Familienvater sein Umfeld in Wedding („Das ist so ungefähr das Duisburg Berlins“). Dabei hat er festgestellt, dass bei vielen Paaren ein wahrer Baby-Boom ausgebrochen ist. Die Ursache dafür liefert er direkt mit: „Darunter befinden sich viele Langzeit-Studenten, die wollten endlich mal was mit Hand und Fuß machen.“ Überhaupt habe sich die Welt mit fortschreitender Digitalisierung stark verändert, wo früher Zettel an den Bäumen hingen, auf denen nach entlaufenen Katzen geforscht wurde, sucht man jetzt verzweifelt nach Staubsauger-Robotern, die selbstständig das Weite gesucht haben.

Verfechter des Grundeinkommens

Lustig macht sich der 47-Jährige über die Politiker, die Lehrern empfehlen, sich mit der digitalen Welt intensiv vertraut zu machen, um die Schüler auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. „Das läuft ja wohl eher umgekehrt“, vermutet Heinrich und setzt noch einen drauf: „Aber was kann man schon von Leuten erwarten, die zugelassen haben, dass es TV-Sender wie RTL2 gibt und jetzt über Medienkompetenz schwafeln.“ Nils Heinrich ist zudem ein Verfechter des „Bedingungslosen Grundeinkommens“. Seine Begründung: „Dann geht keiner mehr zur Arbeit und alle sind endlich mal zuhause, wenn der DHL-Paketbote kommt.

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