Realschulschließung

Die Realschule Süd sagt nach 53 Schuljahren in Duisburg adé

Am Freitag hat Klaus Friede, der bisheriger Schulleiter der Realschule Süd, zum letzten mal in den Räumlichkeiten der Schule gesessen. Nach den Ferien gibt es im Duisburger Süden keine Realschule mehr.

Am Freitag hat Klaus Friede, der bisheriger Schulleiter der Realschule Süd, zum letzten mal in den Räumlichkeiten der Schule gesessen. Nach den Ferien gibt es im Duisburger Süden keine Realschule mehr.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Die Realschule Süd schließt nach 53 Jahren. Schulleiter Klaus Friede ist stolz auf die Schule, hat aber Verständnis für das Zwei-Säulen-Modell.

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Quasi auch für die Realschule Süd in Huckingen, seit 1966 lernen Schüler hier für Prüfungen und fürs Leben. Zumindest bis jetzt, denn zum Ende dieses Schuljahres, offiziell zum 1. August, macht die Schule dicht. Zugegeben, nicht wirklich, denn die Räumlichkeiten der Realschule werden von der Sekundarschule Süd weiter genutzt. Trotzdem endet nach 53 Jahren eine Ära – mit Höhen und Tiefen.

„Aber das Positive überwiegt“, betont Klaus Friede, der die Schule die letzten zehn Jahre leitete und jetzt in den Ruhestand geht.

„Die Zusammenarbeit mit dem Kollegium, den Schülern und den Eltern war immer absolut klasse“, freut sich der 66-Jährige, „wir haben viel bewegt, Sponsorenläufe, Neuanschaffungen, Fortbildungen und Lehrerausflüge, und das ist nur ein kleiner Teil davon, was diese Schulgemeinschaft ausgemacht hat.“

Eine Schule für Jungen und Mädchen

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte am 1. Dezember 1966, im zweiten „Kurzschuljahr“, nach dem Schüler erstmals zu den Sommerferien statt zu den Osterferien eingeschult wurden. Die Schule war von Anfang an für Jungen und Mädchen offen, „das war damals etwas Besonderes“, weiß Klaus Friede. Nach drei Jahren mit neuen siebten Klassen für Schüler, die vom Gymnasium kamen, ging es 1969 ab der fünften Klasse los. Bis 1976 hat die Schule noch die sogenannten „Wanderjahre“ vor sich, über die Düsseldorfer Landstraße, die Albert-Schweitzer-Straße, die Mündelheimer Straße und die Schulz-Knaudt-Straße geht es dann ins neue Gebäude am Ziegelkamp.

Im Schuljahr darauf, 1977/78, erreicht die Schule ihre Rekordschülerzahl von 1325. „Das kam durch den Babyboom in den 60ern“, erklärt Friede. Nach einem tiefen Fall auf nur noch 665 Schüler im Schuljahr 1988/89 geht es wieder bergauf. „Dieses Auf und Ab gibt es immer wieder“, erläutert Friede, „genauso wie den abwechselnden Lehrermangel und –überschuss.“ 2012 wird die neue Schulform Sekundarschule in NRW eingeführt, ab dem Schuljahr 13/14 ist klar, dass die Realschule Süd auslaufen wird, in ihrem letzte Schuljahr unterrichteten bloß noch acht Lehrer die Jahrgangsstufe 10. „Ich finde das Zwei-Säulen-Modell (Gymnasium und Gesamtschule/Sekundarschule, Anm.d.Red.) sehr vorteilhaft“, sagt Klaus Friede, „zuletzt hatten wird viele Hauptschüler bei uns, die wir nicht angemessen fördern konnten.“

AGs waren das Steckenpferd der Schule

Heute blickt Friede, der vor seiner Zeit als Schulleiter und Lehrer für Mathe, Biologie und katholische Religion an der Realschule 32 Jahre an Hauptschulen im Süden gearbeitet hat, mit fröhlicher Wehmut auf seine Zeit an der Schule zurück. „Die Schüler haben sich natürlich verändert, vor allem den Einfluss der Smartphones sehe ich negativ“, bedauert Friede. „Aber jede Generation hat ihre Herausforderungen, und wir können die Uhr nicht zurückdrehen. Damals wie heute wollen die jungen Menschen ihren Weg machen, aber heute haben sie es wegen Globalisierung, Individualisierung und Co. schwerer.“

Dafür haben sich Friede und seine Kollegen die größte Mühe gegeben, den Schülern die Zeit an der Realschule zu verschönern. „Die AGs waren immer unser Steckenpferd, ganz besonders die Bläserklasse von Frau Beer und Herrn Kaden, die jetzt glücklicherweise auch von der Sekundarschule fortgeführt wird.“ Auch die Informatik und Robotik-AG war dem Schulleiter wichtig, außerdem feierten die Schüler bei vielen Wettbewerben große Erfolge.

Ganz vergessen werden diese Höhepunkte und Erfolge hoffentlich nie, schließlich lebt ein Stück Realschule auch in der Sekundarschule weiter.

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