Musik

Buchholzer Tambourskorps Rheinklänge wird 100 Jahre alt

Dieses Bild des Duisburger Tambourkorps Rheinklänge stammt aus der Gründungszeit 1919.

Dieses Bild des Duisburger Tambourkorps Rheinklänge stammt aus der Gründungszeit 1919.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg-Buchholz.  Das Tambourkorps Rheinklänge wurde 1919 gegründet. Ein Rückblick auf 100 Jahre Trommeln, Neuanfänge, und Verbote nach dem Zweiten Weltkrieg.

Vor 100 Jahren waren es die Brüder Johann und Karl Kreuzmann, die den Spielmannszug gründeten. Interne Querelen des Buchholzer Turnvereins Rhenania, zu dem auch ein Spielmannszug gehörte, führten dazu, dass sich das Tambourkorps im Jahr 1919 gründete. Nach der Auflösung des Turnvereins-Spielmannszuges trafen sich damals zehn Musiker in der ehemaligen Gaststätte Küpper, um unter dem Namen Rheinklänge die Musiktradition fortzusetzen.

Dabei war zu der Zeit die Konkurrenz vor Ort durchaus groß, denn mit den Spielleuten des Kriegervereins, des Jünglingsvereins und der Bürgerschützen wurde auf engstem Raum bereits mächtig getrommelt. Die Musikanten der neu gegründeten Rheinklänge setzten sich letztendlich aber durch und sind seit dieser Zeit eine feste Größe im Duisburger Süden.

Während des Zweiten Weltkriegs ruhte der musikalische Spielbetrieb. Aber bereits ein Jahr nach Kriegsende suchten einige Spielleute die noch vorhandenen Instrumente wieder hervor. Anlass war das Schützenfest der Buchholzer St. Sebastianus Bruderschaft, das bereits im Jahr 1946 wieder stattfand. Der Anfrage der Schützen nach musikalischer Begleitung kam man von Seiten der verbliebenen Spielleute nur zögernd nach, wie der verstorbene Hans Roderhoff in der Vereinschronik schilderte: „Es gehörte schon viel Mut dazu, nach dem Krieg wieder mit Marschmusik durch die Straßen von Buchholz zu ziehen.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es strenge Auflagen

Er beschreibt auch die strengen Auflagen der britischen Stadtkommandantur: „Es durfte keine Uniform getragen werden, der Große Zapfenstreich und die Parade waren verboten, Militärmärsche waren ebenfalls tabu.“ Daran hielt sich die damals kleine Schar der Musiker. Mit dem ersten Buchholzer Schützenfest nach dem Krieg kam es zur Wiedergeburt des Tambourkorps.

Die Buchholzer Marschmusikanten waren schnell wieder gefragt. Norbert und Reiner Albrecht müssen schmunzeln, als sie von den Anfängen des Tambourkorps Rheinklänge berichten. Denn 100 Jahre nach der Gründung haben ebenfalls zwei Brüder das Heft des Buchholzer Tambourkorps in der Hand. Norbert Albrecht ist seit 1991 erster Vorsitzender des Korps. Bruder Reiner gibt seit 1989 als Batalliöner nicht nur musikalisch den Takt an, sondern trägt auch für das gesamte Erscheinungsbild der Marschmusiker Sorge.

Das Tambourkorps spielt auf Karneval, Schützenfesten – und Martinszügen

Norbert Albrecht: „In den Nachkriegsjahren waren wir sogar beim Duisburger Rosenmontagszug dabei und waren etliche Jahre der Musikzug der Prinzengarde.“ Verbindungen zum Karneval bestehen bis heute. So spielt man jedes Jahr beim Hoppeditz-Biwak der KG Alle Mann an Bord auf und begleitet auch die Auftaktsitzung der Buchholzer Blauen Jungs.

Gefragt sind die Musikanten mit ihren Trommeln und Querflöten auch immer wieder auf den Schützenfesten im Süden. Dabei erfreuen sie mit ihren zackigen Märschen nicht nur die Besucher der Festumzüge, auch die musikalische Begleitung des Großen Zapfenstreichs durch das Korps beeindruckt jedesmal. Reiner Albrecht: „Da ist schon höchste Konzentration gefordert. Der musikalische Teil wird immer mit einer Blaskapelle bestritten, da müssen die Einsätze perfekt sitzen.“

Auch zum Jahresausklang ist das Tambourkorps im Einsatz. Da stehen dann bei den Martinszügen der Buchholzer Grundschulen und Kindergärten Martinslieder im Notenheft. Es muss ja auch nicht immer Marschmusik sein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben