Erdbeersaison

Bauer Beumer schlägt der Natur ein Schnippchen

Hier können die Erdbeeren selbst gepflückt werden: Bauer Heinrich Beumer präsentiert die Früchte seiner Arbeit, süße Lambada-Erdbeeren.

Hier können die Erdbeeren selbst gepflückt werden: Bauer Heinrich Beumer präsentiert die Früchte seiner Arbeit, süße Lambada-Erdbeeren.

Foto: Fabian Strauch

Mündelheim.  In Duisburg-Mündelheim gibt es Erdbeeren direkt vom Feld. Bauer Heinrich Beumer hat dem Reifeprozess der Früchte auf die Sprünge geholfen.

Die Erdbeeren sind da! Eigentlich erst seit ein paar Tagen, aber „wir haben der Natur ein wenig auf die Sprünge geholfen“, grinst Heinrich Beumer, Bauer vom Beumershof in Mündelheim. Mit sogenannten Wandertunneln, also kleinen, portablen Zelten, sorgt das Team von Bauer Beumer für einen Treibhauseffekt, also auch für „frühreife“ Erdbeeren.

Die Tunnel haben beim Sturm nach Karneval für große Probleme gesorgt, plötzlich mussten alle Mann auf die Felder, damit die Plastiktunnel nicht vom starken Wind davon- geweht wurden. „Die langanhaltende Kälte hat den Reifeprozess der Früchte auf dem freien Feld nach hinten verschoben, deshalb waren die Tunnel eine gute Idee“, erinnert sich der Bauer. Jetzt hofft Heinrich Beumer auf eine Erntezeit bis Mitte Juli – und hat nach dem Nachtfrost, „der jetzt hoffentlich vorbei ist“, mit der nächsten meteorologischen Gefahr zu kämpfen: Hagel im Frühsommer. „Die Erdbeeren sind im reifen Zustand ganz schöne Mimosen“, lacht Beumer. Ganz besonders die beliebten, weil süßen, Lambada-Erdbeeren, die allerhöchstens zwei Tage gelagert werden können.

Dass die Reife der Erdbeeren, die eigentlich keine Beeren, sondern Sammelnüsse sind, künstlich nach vorne verschoben wurde, bringt allerdings auch mehr Arbeit mit sich. „Düngen, das nächtliche Abdecken der Felder, all diese Dinge mussten wir schon viel früher machen, im Prinzip ab Januar“, erinnert sich Beumer. Schon Temperaturen ab minus einem Grad können die Blütenkerne zerstören, die die eigens eingesetzten Hummelvölker vorher bestäubt haben. „Hummeln sind nicht wählerisch, die fangen auch schon vor der Saison an zu arbeiten“, freut sich Beumer.

Um fünf Uhr beginnt die Ernte

Jeden Morgen um fünf Uhr knien die Erntehelfer auf den Beumer-Feldern zwischen Mündelheim und Serm und ernten die leckeren, knallroten Früchte. Zwischen sieben und acht Uhr gibt es die erste Fuhre zum Hof. Dabei müssen die Arbeiter, je nach Wetterlage, besonders vorsichtig mit den Erdbeeren sein. „Mit höheren Temperaturen werden die Früchte weicher und empfindlicher, ideal sind Nächte um die zehn Grad-Marke“, weiß der Experte.

Zu kaufen gibt es die Erdbeeren dann auf dem Hof der Beumers mitten in Mündelheim – und im ganzen Duisburger Süden und in Kaiserswerth, an insgesamt acht Ständen. Zum Beispiel auf der Lüderitzallee oder auf dem Parkplatz von „Little John Bikes“ am Sittardsberg werden die Erdbeeren angeboten, eine Liste aller Stände des Hofs gibt es im Internet unter beumers-erdbeeren.de/verkaufsstaende.

Das Highlight: Selberpflücken

Immer beliebter werden die Erdbeeren „aus eigener Ernte“. „Eins der zwei Erdbeerfelder haben wir für Selbstpflücker vorbereitet, da kann jeden Tag von 9 bis 19 Uhr selbst Hand angelegt werden“, erklärt Heinrich Beumer das Konzept. Für die Selbstpflücker hat der Bauer noch einen Profitipp parat: „Am besten sollten die Leute am ersten Juniwochenende kommen, da dürfte die Qualität am höchsten sein“. Bloß vor Hitzewellen graut es dem Bauern jetzt. „Bei 30 Grad kniet sich ja keiner freiwillig aufs Feld.“

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