Banken

Bald schließt die nächste Bankfiliale im Duisburger Süden

Die Tage sind gezählt. Im Oktober schließt die Deutsche Bank-Filiale an der Mündelheimer Straße.

Die Tage sind gezählt. Im Oktober schließt die Deutsche Bank-Filiale an der Mündelheimer Straße.

Foto: Foton: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Duisburg-Süd.  Deutsche Bank gibt im Oktober Filiale in Huckingen auf. Es bleibt nur die Zweigstelle in Großenbaum. Baubeginn des Sparkassen-Centers ist unklar.

Das Filialnetz der Banken im Duisburger Süden wird immer dünner. Im Oktober schließt die nächste Zweigstelle. Die Deutsche Bank gibt ihre Huckinger Filiale an der Mündelheimer Straße auf. Den Kunden der Deutschen Bank bleibt dann im Süden künftig nur noch die Filiale in Großenbaum.

„Für die älteren Leute im Stadtteil ist das ein herber Schlag. Die können nicht mal eben schnell nach Großenbaum fahren“, kritisiert Rolf Peters vom Bürgerverein Huckingen. Schade findet er, dass gewachsene Kundenbindungen über Bord gehen. Zwar soll das Team der Huckinger Filiale in die Geschäftsstelle an der Angermunder Straße wechseln – aber die Senioren, die nicht mehr so mobil sind, müssen erst einmal dahin kommen.

„Für manchen ist das sicher ein ungutes Gefühl, mit einem Bündel Geld herum zu laufen“

„Wir bündeln unsere Beratungskompetenz an einem sehr wichtigen Standort“, begründet der Sprecher der Deutschen Bank den Umzug des Huckinger Teams nach Großenbaum. Eine entscheidende Rolle spielen dabei sicher auch finanzielle Überlegungen, wie bei allen Geldinstituten überall im Lande. Auf der einen Seite steigen Kosten für Personal, Miete, Anschaffung und Wartung der Technik, auf der Seite sinken die Erträge aufgrund der europäischen Zinspolitik.

Geldscheine können Kunden der Deutschen Bank im Süden nach Schließung der Huckinger Filiale in der Großenbaumer Geschäftsstelle oder an der Shell-Tankstelle an der Düsseldorfer Landstraße 113 und am Geldautomaten an der Angermunder Straße 13 ziehen. Das führe dazu, dass man größere Beträge abhebt, um nicht ständig den Weg auf sich zu nehmen, meint Rolf Peters und ergänzt. „Für manchen ist das sicher ein ungutes Gefühl, mit einem Bündel Geld herum zu laufen“.

Es bleiben nur noch zwei von ehemals acht Filialen

Auch die Sparkasse hat im Süden etliche Filialen aufgegeben. Von den ehemals acht Filialen sollen bis 2022 zwei Geschäftsstellen mit Mitarbeitern übrig bleiben: die Filiale in Großenbaum und das neue Privatkunden-Center Sittardsberg, das erst noch gebaut werden muss.

Der Baubeginn des neuen Sparkassen-Flaggschiffs im Süden, in dem mal über 40 Mitarbeiter arbeiten sollen, ist noch unklar. Es gibt Probleme mit den Nachbarn am Altenbrucher Damm. „Nach unserer Kenntnis hat es am 1. August eine mündliche Anhörung zur bestehenden einstweiligen Verfügung gegen einen Teilabriss des Gebäudes gegeben. Eine Entscheidung wird für die nächsten Tage erwartet“, sagt Andreas Vanek, Sprecher der Duisburger Sparkasse. Er betont, dass die Sparkasse weiterhin am Erwerb des Grundstücks interessiert ist. Recht zahlreich sind die Selbstbedienungsterminals und Geldautomaten der Sparkasse im Duisburger Süden. Es gibt welche in Mündelheim, Hüttenheim, Wedau, Buchholz, Huckingen und Rahm.

Vor allem Ältere sind froh über einen Ansprechpartner

Außerdem setzt das Geldinstitut seit 2017 einen Sparkassenbus in Ungelsheim, Serm und Bissingheim ein, nachdem man dort die Geschäftsstellen geschlossen hat. Der fahrbare Ersatz für die Filiale wird vor allem von Älteren frequentiert. Die meisten von ihnen sind froh über einen Ansprechpartner, der am Automaten helfen kann. Mal hat jemand den PIN vergessen, ein anderes Mal fehlt ein Haken irgendwo auf dem digitalen Formular.

„Wir beobachten die Frequentierung des Busses in den Ortsteilen regelmäßig. Aktuell sind keine Änderungen geplant“, sagt Andreas Vanek. Das Duisburger Busmodell ist inzwischen von anderen Sparkassen im Land übernommen worden.

Im Moment ist Bargeld noch die Nummer eins

Die Hälfte der Kunden besucht die Geschäftsstelle nur noch einmal im Jahr, meist zur Beratung, hat die Sparkasse herausgefunden. Auch das Zahlungsverhalten hat sich geändert. „In Deutschland ist das Bargeld immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Der Vorsprung schmilzt aber ständig. Die Zahlen an unseren Geldautomaten zeigen ebenfalls, da

ss auch in Duisburg die Nutzung des Bargeldes langsam zurückgeht“, sagt Andreas Vanek.

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