Gericht

Streit um gestohlene Drogen führt zu Messerstichen

Das Hauptportal des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Das Hauptportal des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Foto: Foto: Daniel Elke

Duisburg.  Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte das Landgericht zwei Duisburger (23). Im Streit um Drogen hatten sie einen jungen Mann verletzt.

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Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte das Landgericht am König-Heinrich-Platz zwei 23-jährige Duisburger zu Haftstrafen. Am 12. Juli 2017 hatten sie auf einem Parkplatz am Landschaftspark Nord einen jungen Mann attackiert und ihn durch Faustschläge und Messerstiche verletzt.

Was die Auseinandersetzung auslöste, konnte der mehrtägige Strafprozess nicht zweifelsfrei aufklären. Möglicherweise entzündete sich die Diskussion zwischen den beiden Angeklagten und dem Geschädigten um angeblich entwendete Drogen.Jedenfalls schlug der verbale Streit recht schnell in Gewalt um.Gemeinsam schlugen die beiden 23-Jährigen den Widersacher mit Fäusten nieder. Der Haupttäter stach ihm zudem mit einem Messer in den Oberschenkel.

Dramatische Verfolgungsjagd am Landschaftspark

Dem Verletzten gelang es, sich aufzurappeln und zu flüchten. Beide Männer verfolgten ihn. Einer der Angeklagten brach die Hetzjagd allerdings ab. Der Haupttäter konnte den Geschädigten einholen, als der stolperte und stürzte. Mit dem Messer brachte er ihm weitere, fünf Zentimeter tiefe Verletzungen im Rücken bei, ließ dann aber von seinem Opfer ab.

Die Anklage lautete ursprünglich auf versuchten Totschlag. Doch das Gericht vermochte am Ende keinen Tötungsvorsatz feststellen. Und selbst wenn der Hauptangeklagte den möglichen Tod des Geschädigten zunächst billigend in Kauf nahm, so habe er freiwillig von der weiteren Tatausführung abgelassen, so die Richter. Juristen nennen so etwas strafbefreienden Rücktritt vom versuchten Totschlag.

Ein Angeklagter muss hinter Gitter, der andere bekam eine Bewährungschance

Der Haupttäter wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen den zweiten 23-Jährigen setzte das Gericht die Vollstreckung einer einjährigen Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung aus. Obwohl er zur Tatzeit noch einen Monat vom 21. Geburtstag entfernt war und damit theoretisch auch noch nach Jugendstrafrecht hätte verurteilt werden können, sah die Kammer ihn aufgrund seiner Lebensumstände bereits als Erwachsenen an.

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