Gericht

Streit um Toastbrot: Junge Duisburger vor Gericht

Nachdem ein junger Duisburger mit einer Scheibe Toast nach seinem Freund geworfen hat, gingen die beiden aufeinander los.

Nachdem ein junger Duisburger mit einer Scheibe Toast nach seinem Freund geworfen hat, gingen die beiden aufeinander los.

Foto: DustyPixel / Getty Images

Duisburg.  Beim Zocken an der Spielkonsole haben sich zwei Freunde aus Duisburg in die Haare bekommen. Der Streit der beiden landete nun vor Gericht.

Mit einer jugendtypischen Tat, die der Staatsanwalt zutreffend als Hahnenkampf umschrieb, hat es das Amtsgericht am König-Heinrich-Platz zu tun gehabt. Ein 19-Jähriger und ein 18-Jähriger waren am 6. November 2018 in Rheinhausen aus nichtigem Grund aneinander geraten. Der Streit zwischen den einstmals besten Freunden eskalierte.

Obwohl zwischenzeitlich sogar ein Messer eingesetzt wurde, kam der 19-Jährige ohne Strafe davon. Die Anklage hatte ihm gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er habe den Geschädigten erst geschlagen, wobei unter anderem auch eine Leiste zum Einsatz kam und ihm zuletzt mit einem kleinen Messer eine Wunde im Rücken zugefügt.

Eigentlich waren sie gute Freunde

Der 19-Jährige gab das mehr oder weniger zu. „Wir waren eigentlich gute Freunde.“ Aber am Tattag habe der Kumpel ihn beim Spiel an einer Spielekonsole fortlaufend beleidigt. „Vielleicht hat er das nicht alles ernst gemeint“, so der Angeklagte. Aber irgendwann habe ihn das genervt. Und als der 18-jährige Besucher dann auch noch Hunger hatte, er ihm aber, weil nichts anderes im Haus war, nur trockenes Toastbrot servieren konnte, eskalierte der Streit.

„Wir haben uns geschubst, sind mehrfach zu Boden gegangen“, berichtete der Angeklagte. Die beiden Kontrahenten hätten sich geschlagen, seien sich gegenseitig an den Hals gegangen. Im Gerangel habe er eine Zierleiste einer Musikbox abgerissen und damit zugeschlagen. „Ich hatte Angst.“ Irgendwann habe das kleine Taschenmesser vor ihm gelegen. „Ich habe es genommen.“ Im Gerangel habe er dann wohl den Rücken des 18-Jährigen getroffen.

Zeuge schilderte Tatablauf ähnlich wie der Angeklagte

„Er hatte das Messer in der Hand. Ich bin auf ihn zu. Wir sind hingefallen“, bestätigte der einstmals gute Freund. „Ich habe erst später gemerkt, dass die Klinge mich im Rücken getroffen hatte.“ Die Auseinandersetzung schilderte der 18-Jährige ähnlich wie der Angeklagte.

„Die beiden haben sich nichts geschenkt“, meinte der Vorsitzende des Jugendschöffengerichts trocken. Das Gericht hielt es für geraten, den Prozess ohne Urteil zu einem Ende zu bringen. Das Verfahren wurde eingestellt. Allerdings muss der 19-Jährige einen sozialen Trainingskurs absolvieren.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben