Brand-Katastrophe

So sicher ist die Duisburger Salvatorkirche

Der Turm der Salvatorkirche wurde für die Bauarbeiten eingerüstet.

Der Turm der Salvatorkirche wurde für die Bauarbeiten eingerüstet.

Foto: Lars Fröhlich

Altstadt.   Gemeindemitglieder erinnern sich an den Brand der Salvatorkirche im Zweiten Weltkrieg zurück. Die Sanierung an der Fassade des Turms beginnt.

Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame steht die Sicherheit in Kirchen auf dem Prüfstand. Um Bränden vorzubeugen, gibt es in der Stadtkirche verschiedene Maßnahmen. Hier hat es in der Geschichte ebenfalls gebrannt. Salvator gehört zu den ältesten Kirchen in Duisburg - im Jahr 2015 wurde der 700. Geburtstag groß gefeiert.

Die Chronik belegt: Im Jahre 1283 kam es zu einem verheerenden Feuer, bei dem die Duisburger Königspfalz und das Gotteshaus zerstört wurden. Danach wurde das Gebäude in der heutigen Form aufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg fiel eine Brandbombe auf den Kirchturm, dieser stürzte auf das Langhaus. „Beim Wiederaufbau wurde viel Stahl genutzt. Der Dachstuhl selbst ist aus Holz, aber die Träger sind aus Stahl“, erklärt Pfarrer Winterberg. Viele ältere Gemeindemitglieder denken wegen der Fernsehbilder an das Feuer zurück, weiß Winterberg aus Gesprächen.

Die Kerzen von Besuchern werden jeden Abend vom Küster gelöscht und am Morgen wieder angezündet. Zusätzlich wisse der Präsenzdienst, wo die Feuerlöscher sind, um im Notfall ein brennendes Licht zu löschen. Der Steinboden verhindere zudem kleinere Feuer. Fachleute kontrollieren in regelmäßigen Begehungen die Sicherheit des Gotteshauses: „Im vergangenen Jahr hat ein Fachmann alle Leitungen überprüft.“ Denn in der Kirche sei allerhand Elektrik, wie zum Beispiel für die Läutmaschinen im Turm. „Da können schnell Kurzschlüsse entstehen.“

Räumung der Kirche

Kommt es allerdings doch einmal zum Ernstfall in einem Gottesdienst, lässt sich die Kirche zügig räumen. „Alle Ausgangstüren sind offen. Man muss nur einen Riegel umlegen, um die Kirche zu verlassen“, so Winterberg, „Bei Großveranstaltungen haben wir Ehrenamtliche an der Tür sitzen, die im Falle von Panik schnell reagieren.“ Trotz der Vorsichtsmaßnahmen habe man, wie in normalen Gebäuden auch, nie eine hundertprozentige Sicherheit.

Aktuell wird am Turm gearbeitet. So soll die Kirche für Besucher noch sicherer werden. Der Auslöser für die Sanierung war ein Stein, der 2014 vom Dach gefallen ist. Der Haupteingang wurde sofort gesperrt. Bei einer Begutachtung wurden zudem Schäden in der Höhe von drei Millionen Euro sichtbar. „Jetzt haben wir durch die Unterstützung von Duisburgern, Großspendern, dem Bund und der Kirche die nötigen Gelder zusammen“, sagt der 56-Jährige. Geplant wurde die Sanierung mit einem dreidimensionalen Modell am Computer.

Anfang April konnten die Steinmetze ihre Arbeit in den luftigen Höhen aufnehmen. „Die Steinmetze brauchen ungefähr ein Jahr“, schätzt Winterberg, „Wir hoffen, dass der Kirchturm im April oder Mai nächsten Jahres fertig wird.“

Große Umbauarbeiten an Gotteshäusern seien übrigens normal, denn „eine Kirche ist pro Generation ein Sanierungsfall“,erklärt Winterberg.

>> Offene Kirche mit neuen Öffnungszeiten

Ab dem 16. April öffnet die Kirche dienstags bis samstags nicht mehr jeweils von 9, sondern von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 13 Uhr. Montags bleibt das Gotteshaus geschlossen.


Bei einem Besuch in der Kirche beantwortet der ehrenamtliche Präsenzdienst Fragen rund um die Geschichte und Architektur der Salvatorkirche, die Gottesdienste und die Ausstellungen.

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