Bildung

Duisburger Schulen werben mit AG-Angeboten um Viertklässler

Start der Schul-AG-Serie mit der Roboter-AG der Sekundarschule Hamborn,am 30.01.2018 auf Kalthoffstraße in Duisburg.Die Schüler der Roboter AG,von links,Anna,14 und Felix,11,basteln an den Robotern. Robotern. Foto: Udo Gottschalk / FUNKE Foto Services

Start der Schul-AG-Serie mit der Roboter-AG der Sekundarschule Hamborn,am 30.01.2018 auf Kalthoffstraße in Duisburg.Die Schüler der Roboter AG,von links,Anna,14 und Felix,11,basteln an den Robotern. Robotern. Foto: Udo Gottschalk / FUNKE Foto Services

Foto: Udo Gottschalk

Duisburg.  Tier AG und Roboter bauen, Tauchen oder Segeln: Mit besonderen AG-Angeboten werben die Schulen. Entscheidend für die Wahl sind sie aber kaum.

„Welche Schule ist am besten geeignet für mein Kind?“, fragen die Eltern. „Warum entscheiden sich Viertklässler für unsere Schule?“, rätseln Lehrer. Die eine Antwort auf beide gibt es in einer Großstadt wie Duisburg mit 35 weiterführenden Schulen nicht. Der Blick auf das Programm der Schulen zeigt: Fast alle sind bemüht, mit besonderen Profilen, mit außergewöhnlichen Arbeitsgemeinschaften Schwerpunkte zu setzen und Interesse zu wecken. Wahrscheinlich ist: Entscheidend für die Wahl ist das in den meisten Fällen nicht.

Philosophie und Italienisch (Albert-Einstein-Gymnasium), Chemie (Realschule Fahrn), Segeln (Gesamtschule Duisburg-Süd) oder Imkern an der Sekundarschule Rheinhausen und Tauchen an der Gesamtschule Emschertal – das sind nur einige Beispiele für AG-Angebote, die sicher nicht die Regel sind.

Profile der Schulen

So ist eine AG zwar vielleicht auch in einer großen Schullandschaft Alleinstellungsmerkmal – wahlentscheidend sind aber eher die Profile, mit denen Schulen werben: Bilingulale Zweige sind dabei am häufigsten, gefolgt von naturwissenschaftlichen Schwerpunkten (MINT) oder musikalischer Note (Bläserklassen). Gleich vier Gymnasien (Abtei-, Mannesmann, Landfermann- und Krupp-) sind Europaschulen, als Sportschulen profilieren sich Steinbart-Gymnasium, Lise-Meitner-Gesamtschule und Gesamtschule Meiderich, das Max-Planck-Gymnasium will ab dem kommenden Schuljahr sein Chinesisch-Angebot auf die Sekundarstufe I ausweiten.

Kurze Wege sind entscheidend

Was ist also wahlentscheidend? „Das haben wir uns auch schon gefragt“, sagt Christof Haering, Leiter des Landfermann-Gymnasiums und Schulformsprecher der Duisburger Gymnasien. Zunächst suchten Eltern den kurzen Weg, glaubt er: Wegen einer AG werde kein Kind aus Walsum die Gesamtschule-Süd in Großenbaum, keines aus Serm das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Marxloh besuchen. Auch die Schüler aus dem Westen bleiben in der großen Mehrheit am dem weiterführenden Schulen links des Rheins. „Außerdem gibt es die Tendenz, dass weitere Kinder aus einer Klasse den ersten folgen, die sich an einer bestimmten Schule angemeldet haben“, so Haering, „auch der Ruf, das Hörensagen, spielen eine Rolle.“

Konkurrenz in der Innenstadt

Konkurrenz um Schüler gebe es zwischen den vier Innenstadt-Gymnasien (Steinbart, St. Hildegardis, Mercator und Landfermann) bestätigt der Schulleiter. Angesichts ihrer Nähe zueinander sind sie auf Zulauf aus anderen Stadtbezirken angewiesen.

Welche Argumente und Angebote überzeugen jene, die außerhalb des eigenen Ortsteils nach einer Schule suchen? „Letztlich ist das schwer zu sagen“, sagt Christof Haering. Eine besondere Bedeutung habe ein Tag der offenen Tür, bei dem die Kinder die Schule erleben – ihr Urteil entscheidet nicht selten über die Wahl der Schule.

>> WEBSEITEN DER SCHULEN

Sportliche, kreative und handwerkliche Angebote gehören an den meisten weiterführenden Schulen in Duisburg zum Standard-Angebot.


Die Information über die Internet-Seiten der Schulen ist nicht ganz einfach. Auf vielen Homepages sind die AG-Angebote gar nicht oder nur schwer zu finden.

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