Gericht

Prozess: Duisburger (52) stach Mann Schere in den Hals

Akten im Duisburger Landgericht.

Akten im Duisburger Landgericht.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Im Streit stach ein 52-Jähriger im Dezember in Duisburg einem Mann eine Schere in den Hals. Zu Prozessbeginn machte er Notwehr geltend.

Mit einem Streit, der blutig endete, muss sich seit Donnerstag das Landgericht am König-Heinrich-Platz auseinander setzen. Die Anklage wirft einem 52-jährigen Bulgaren versuchten Totschlag vor. In der Nacht zum 27. Dezember 2018 soll er in seiner Wohnung an der Blücherstraße einem Mann eine Schere in den Hals gerammt haben. Die fünf Zentimeter tiefe Wunde verfehlte nur knapp die Hauptschlagader.

In einer wirren und alles andere als knappen Einlassung machte der Angeklagte Notwehr geltend. „Er hat mich angegriffen und mit einem Messer bedroht. Ich bekam Angst und habe zu der Schere gegriffen.“ Zuvor hatte er berichtet, dem Geschädigten, einem Polen, und dessen Begleiterin für eine - weitgehend durchzechte .- Nacht Unterschlupf gewährt zu haben. Danach hätten die Leute einfach nicht gehen wollen. Als er den Hauseigentümer verständigen wollte, sei sein Handy verschwunden gewesen.

Angeklagter hatte knapp drei Promille

Erst auf bohrende Nachfrage des Vorsitzenden der Schwurgerichtskammer offenbarte der 52-Jährige ein weiteres Detail, das zum Tatzeitpunkt möglicherweise für schlechte Stimmung sorgte. Der Pole habe ihm kurzzeitig gegen 20 Euro dessen Freundin überlassen. „Es hat aber mit dem Sex nicht geklappt, weil ich zu betrunken war“, so der Angeklagte, der bei dem Vorfall knapp drei Promille Alkohol im Blut hatte.

Ein Nachbar hatte in die Auseinandersetzung eingegriffen. Er hielt den Angeklagten laut eigener Aussage von weiteren Handlungen ab und ermöglichte dem Verletzten die Flucht. „Ohne mein Eingreifen hätte er den vielleicht erstochen“, so der Zeuge. Jedenfalls habe der 52-Jährige das lautstark angedroht.

Der Prozess wird durch das Fehlen von Zeugen erschwert: Der Geschädigte und seine Begleiterin konnten vom Gericht nicht ausfindig gemacht werden. Polizisten, die beide Zeugen vernahmen, sollen stattdessen die Aussagen des Paares wiedergeben. Der Prozess soll Ende Juni abgeschlossen werden.

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