Mutmaßlicher Entführer

Polizei unglücklich über Warnung vor mutmaßlichem Entführer

Kinder auf dem Schulweg. Ein Schulleiter hatte in der vergangenen Woche die Eltern mit einem Schreiben über einen mutmaßlichen Sexualstraftäter informiert.

Kinder auf dem Schulweg. Ein Schulleiter hatte in der vergangenen Woche die Eltern mit einem Schreiben über einen mutmaßlichen Sexualstraftäter informiert.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Per Schreiben hat der Leiter einer Duisburger Schule die Eltern über einen mutmaßlichen Entführer informiert. Doch es gibt kritische Töne:

Mit einem an die Eltern adressierten Schreiben warnt der Leiter der Karl-Lehr-Realschule in Duisburg vor einem mutmaßlichen Entführer. Ein fremder Mann habe versucht, ein Kind unbefugt abzuholen. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, dass der Schulleiter den Vorfall der Polizei mitteilte und eine Anzeige erstattete, wie die Beamten auf Nachfrage mitteilt. Dennoch gibt es auch kritische Töne:

Bisher steht die Vernehmung der Mutter sowie des Kindes noch aus, teilt die Polizei mit. Die Beamten versprechen sich so mehr „Hintergründe“. In Absprache mit der Polizei könne das weitere Vorgehen besprochen werden. „Wir sind da, um zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen“, die zur Sicherheit beitragen, teilt eine Sprecherin mit.

Keine privaten Fahndungen im Internet

Der Zeitpunkt, die Eltern zu informieren, sei jedoch ungünstig gewesen. „Manchmal ist es besser, die Füße etwas still zu halten“, teilt eine Sprecherin der Polizei mit. Schließlich könnten sich Ermittlungen auch noch in andere Richtungen wenden. Wenn aber Gefahr im Verzug herrscht, dann wird die Polizei unmittelbar tätig. Dazu gehöre auch die Information der Öffentlichkeit.

Es bestehe immer die Gefahr, dass solche Aktionen zu privaten Warn- und Fahndungsaufrufen im Internet führen. In sozialen Netzwerken machen diese schnell die Runde, kritisiert die Polizei. Auf Verdacht alleine sollten niemals persönliche Informationen oder Fotos von vermeintlichen Straftätern veröffentlicht werden. Denn: Fahndungen sind allein Sache der Polizei. Erst, wenn alle Maßnahmen ausgeschöpft sind und ein richterlicher Beschluss vorliegt, dürften die Ermittler die Bürger mit Fahndungsfotos um Mithilfe bitten.

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