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Walsumer Filmclub zeichnet den besten Heimat-Streifen aus

Die Gäste beim Walsumer Filmwettbewerb im Haus Garden staunten über die Professionalität mancher Produktion.

Die Gäste beim Walsumer Filmwettbewerb im Haus Garden staunten über die Professionalität mancher Produktion.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Aldenrade.  Die Beiträge zum Walsumer Filmwettbewerb „NRW – Mein Land“ beleuchten das Leben in Nordrhein-Westfalen aus ganz verschiedenen Perspektiven.

Licht aus, Film ab – die Atmosphäre im Festsaal des Hotel Haus Garden erinnert an diesem Sonntag an einen echten Kinosaal. Anlass ist die 27. Auflage des Videowettbewerbs „NRW – Mein Land“. Rund 30 Filmfans haben sich in Walsum zusammengefunden, um sich die Wettbewerbsbeiträge anzuschauen.

Unter den Zuschauern befindet sich auch Horst Fausz. Er ist bereits seit zehn Jahren Vorsitzender des Filmclubs Walsum-Wacker und hat seitdem jedes Jahr den Videowettbewerb organisiert. „Wichtig ist, dass die Filme einen Bezug zu Nordrhein-Westfalen haben“, erklärt er. Außerdem dürfen die Beiträge höchstens 20 Minuten lang sein. „Ansonsten würden wir hier gar nicht fertig werden“, erzählt Fausz lachend.

Themen, die das Ruhrgebiet bewegen

Er spricht aus Erfahrung: Noch vor zwei Jahren mussten Fausz und die anderen Gäste ganze 26 Beiträge begutachten. In diesem Jahr sind es nur zwölf. Trotzdem ist Fausz von der großen Themenvielfalt begeistert: „Die Filme sind ganz unterschiedlich. Es gibt nicht nur Dokumentationen, sondern auch Spielfilme“, berichtet er.

Einen dieser Filme haben Bernhard Zimmermann und Heinz-Werner Poelchau eingereicht. Die beiden Filmemacher haben sich mit ihrem Titel „Vom Ankommen und Bleiben“ für den Videowettbewerb beworben. „Unser Film handelt von der Migration in Düsseldorf“, erzählt Zimmermann. Dabei sollte der Fokus aber nicht auf den Problemen, sondern auf den Chancen der Migration liegen.

Für ihren Film haben Zimmermann und Poelchau aufwendige Recherche betrieben. „In dem Beitrag kommen vier Personen zu Wort, die ihre persönliche Migrationsgeschichte erzählen“, berichtet Zimmermann. „Dadurch passt der Film perfekt zum Thema des Wettbewerbs“, ergänzt Poelchau. „Durch die lange Migrationsgeschichte des Ruhrgebiets war das für die Menschen hier schon immer ein wichtiges Thema.“ Die Leidenschaft der beiden Filmemacher zahlt sich aus: Ihr 19-minütiger Film landet am Ende auf dem dritten Platz.

Gewinnerfilm trägt den Titel „Das Lied der Geige“

Über die Platzierung der Wettbewerbsbeiträge entscheidet eine dreiköpfige Jury. Einer der Juroren ist Thomas Schulz. Er ist bereits zum zweiten Mal als Jurymitglied beim Filmwettbewerb dabei. „Ein guter Film muss mich unterhalten und emotional berühren“, findet er. „Ich möchte als Zuschauer gefangen genommen werden und neue Einsichten gewinnen“, so Schulz.

Sein Jurykollege Thomas Flehmig ist beeindruckt von der Professionalität mancher Beiträge. „Einige der Filme sind fast fernsehwürdig“, meint er. Doch auch weniger professionelle Beiträge werden von der Jury gelobt. „Wir haben eine sehr große Bandbreite unterschiedlichster Themen.“ Das macht es für die Jury umso schwieriger, den besten Film des Tages zu küren.

Nach langer Beratung entscheiden sich die Juroren schließlich für einen ganz besonderen Beitrag: „Das Lied der Geige“ von Wolfgang Merz erzählt die Geschichte des einsamen Musikers Milorad, der an Heiligabend von einer fremden Familie aufgenommen wird. So erkennt er in NRW für sich eine neue Heimat.

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