Rettungsdienst

Notfallversorgung in Duisburg-Nord bessert sich nur langsam

Rettungswagen müssen innerhalb von acht Minuten am Einsatz sein, wie hier an einer Tankstelle in Neumühl, in deren Nähe eine Wohnung brannte.

Rettungswagen müssen innerhalb von acht Minuten am Einsatz sein, wie hier an einer Tankstelle in Neumühl, in deren Nähe eine Wohnung brannte.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg-Nord.  Retter müssen innerhalb von acht Minuten am Einsatzort sein. Die Quote von 90 Prozent wird in Duisburg nicht erfüllt. Wie sich das ändern soll.

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Erhebliche Mängel im Rettungsdienst hat Oberbrandrat Christian Umbach, Vize-Chef der Duisburger Feuerwehr, jüngst in den Bezirksvertretungen Hamborn und Meiderich/Beeck eingeräumt. Weit entfernt sei man bislang von dem Ziel, in 90 Prozent aller Notfälle acht Minuten nach dem Eingang des Notrufs mit einem Rettungswagen (RTW) zur Stelle zu sein, um etwa bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu helfen sowie bei Haus-, Betriebs-, Schul- oder Verkehrsunfällen. Und das liege nicht daran, dass es zu wenige mit Personal besetzte Einsatzfahrzeuge gebe, sondern daran, wie ihre Standorte in Duisburg verteilt sind.

Für den Duisburger Norden war das schon bei der letzten Auflage des sogenannten Rettungsdienstbedarfsplans im Jahre 2013 erkannt worden. Alle fünf Jahre muss die Feuerwehr ihre Leistungsfähigkeit überprüfen und ihre Organisation in Bedarfsplänen für den Brandschutz und den Rettungsdienst festlegen. Beide werden vom Rat der Stadt beschlossen.

Aber nur in einem von drei Problemfällen wurde bis heute Abhilfe geschaffen: Seit 2017 ist einer der Rettungswagen von der Feuerwache 4 an der Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße in Walsum am Fahrner Krankenhaus stationiert. Damit kann Röttgersbach besser erreicht werden.https://www.waz.de/staedte/duisburg/duisburger-feuerwehrfrauen-wollen-akzeptiert-werden-id226891401.html

Hindernisse in Alt-Hamborn und Ruhrort

Die beiden anderen Projekte zur Lösung der Schwierigkeiten sind seitdem nicht verwirklicht worden: Weder ist bereits ein neuer Rettungswagen am St.-Johannes-Hospital in Alt-Hamborn stationiert. Dazu fehle es, heißt es in dem Bericht, bislang an einer Einigung mit dem Klinik-Betreiber Helios. Das Fahrzeug ist mitsamt Personal auf der Feuerwache 3 an der Duisburger Straße in Alt-Hamborn stationiert. Noch wurde ein Rettungswagen von der Hauptfeuerwache an der Wintgensstraße in Duissern zur Hafenfeuerwache am Vinckeufer in Ruhrort verlegt. Das sei dort aus Platzgründen verworfen worden, heißt es. Das Fahrzeug rückt folglich bislang weiterhin von Duissern aus. Ruhrort, Laar und Beeckerwerth können von der Feuerwache 5 an der Rheindeichstraße in Homberg angefahren werden. Dort sind zwei Rettungswagen stationiert.

Damit gibt es aber weiterhin Gebiete, die für den Rettungsdienst schlecht erreichbar sind, Beeck etwa oder Bruckhausen. Der neue Rettungsdienstbedarfsplan sieht die beiden Standorte daher weiterhin zwingend vor. Freilich lässt der Plan noch offen, ob ein Rettungswagen auf der Hafenwache in Ruhrort oder an einem neuen Standort in Neuenkamp stationiert wird, das ebenfalls bislang nicht gut erreicht wird, aber zur Stadtmitte gehört.

Neuer Standort in Mittelmeiderich

Mit der vorgesehenen Verlagerung der Hauptfeuerwache von Duissern ins Dellviertel entsteht in Meiderich ein neues Versorgungsproblem. Deshalb ist vorgesehen, einen Rettungswagen mitsamt Personal in das Feuerwehrgerätehaus an der Augustastraße in Mittelmeiderich zu verlegen und sie zur Rettungswache umzubauen. Von dort wären auch Beeck und Bruckhausen besser zu erreichen.

Der zuständige Notarzt für den Duisburger Norden ist seit Jahren am Fahrner Krankenhaus stationiert. Wird ein zweiter Notarzt im Norden benötigt, rückt er entweder aus Alt-Homberg oder Hochfeld an. Nicht selten wird auch der am Unfallkrankenhaus in Buchholz stationierte Rettungshubschrauber eingesetzt.

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