Nahverkehr

Die direkte Verbindung nach Meiderich ist gekappt

Aus Beeckerwerth und Laar ist Meiderich nach der Fahrplanumstellung nicht mehr mit einer direkten Busverbindung zu erreichen. Deswegen hagelt es Kritik. Foto:

Aus Beeckerwerth und Laar ist Meiderich nach der Fahrplanumstellung nicht mehr mit einer direkten Busverbindung zu erreichen. Deswegen hagelt es Kritik. Foto:

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Beeckerwerth.  Viele kritisieren Wegfall der direkten Buslinie von Beeckerwerth nach Meiderich. Umstieg in Ruhrort kostet Zeit und kann sogar gefährlich sein.

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Unmut über den neuen Fahrplan der DVG herrscht auch in Beeckerwerth und Laar. Viele Anwohner vermissen die durchgehende Buslinie zum Bahnhof Meiderich. Sie ist im Zuge der Fahrplanumstellung weggefallen. Die Fahrgäste müssen nun in Ruhrort umstiegen. Die Kritik daran: Das kostet Zeit, ist gefährlich und außerdem nicht behindertengerecht.

„Die Beeckerwerther verstehen die Welt nicht mehr. Um nach Meiderich zu kommen, müssen sie nun die stark befahrene Kreuzung am Friedrichsplatz überqueren.“ Dort sei die 901 dann gerade abgefahren, denn eine Minute Übergang habe noch nie geklappt. Und die Regionalbahn sei keine Alternative. Dazu muss der Fahrgast erstmal die stark befahrene Straße (ohne Ampel) queren, kritisiert Klaus Brüggenwerth.

„Die vielen Menschen müssen bis zu 26 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen“

Mit der Kritik konfrontiert, antwortet die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG): „Während vor dem Fahrplanwechsel von Beeckerwerth aus nur zwei Verbindungen pro Stunde realisiert werden konnten, gewährleisten die Linien 907 und 922 pro Stunde vier Fahrten in andere Stadtteile. Eine Verbindung von Beeckerwerth nach Meiderich ist mit der Linie 907 bis zur Papiermühlenstraße und dort mit einem Umstieg in die Linie 910 möglich. Alternativ ist eine Fahrt über Ruhrort mit der Linie 922 und von dort mit den Linien 916, 917 und RB 36 möglich.“ Und die Straßenbahn 901 fahre im 15-Minuten-Takt, in der Hauptverkehrszeit sogar alle 7,5-Minuten, heißt es von der DVG.

Die Verbindung vom Bahnhof Ruhrort nach Homberg scheint nach der Umstellung besser zu funktionieren, wird aber nach Beobachtung von Daniel Keßler kaum genutzt. Die meisten, die in Ruhrort aussteigen, wollen weiter nach Meiderich, zum Einkaufen und zu den Ärzten dort, oder um die U 79 zu erreichen. „Die vielen Menschen müssen bis zu 26 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen“, so Keßler. Er fügt hinzu, dass er in Homberg arbeitet und von der neuen Verbindung dorthin profitiert: „ Aber mir geht es um die Allgemeinheit und besonders um die Senioren und Kinder, die barrierefrei und gefahrlos ihr Ziel erreichen sollen“.

Einige Anwohner in Bruckhausen schließen Protestaktion nicht aus

Tatsächlich hält auch Elke Stader den Umstieg in Ruhrort für riskant. „Wir sind froh, selbstbestimmt unsere Einkäufe und Arztbesuche zu tätigen. Wenn dies dann mit viel Risiko und Überforderung verbunden ist, endet dies mit Rückzug und Depression im Alter“.

Nicht nur zahlreiche Bewohner in Beeckerwerth, sondern auch in Bruckhausen hadern mit dem neuen Plan, nach dem der 908er nur noch dreimal am Tag kommt. Einige planen sogar eine Protestaktion.

Die CDU in der Bezirksvertretung Meiderich/Beeck hat nun den Antrag gestellt, die direkte Verbindung von Beeckerwerth nach Meiderich wieder aufzunehmen, ein Ansinnen, das einstimmig von allen Fraktionen unterstützt wurde. Denn davon würden auch die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums und die Patienten der Rheinklinik profitieren.

Sehen, wo es überall hakt

Die Entscheidung liegt bei der Politik. „Sollten Anpassungen angestrebt werden, müssten diese über die Stadt Duisburg als Aufgabenträgerin im ÖPNV realisiert werden“, heißt es von der DVG.

Bezirksmanager Ottmar Schuwerak hofft, dass sich manches einspielt: „Man muss das Ganze erst mal eine Zeit laufen lassen, um zu sehen, wo es hakt“. Die Kommunalpolitiker wollen in einem halben Jahr noch einmal genau auf den Nahverkehrsplan schauen.

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