Unsere beste Schul-AG

Max-Planck-Gymnasiasten lernen tierisch mit den Axolotln

Foto: Daniel Elke

Duisburg.   Die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Meiderich stellen ihre Tier-AG vor. Sie kümmern sich um Fische, Schnecken, Stabschrecken und Lurche.

Wer in der Tier-AG kuschelige Hamster oder Meerschweinchen erwartet, liegt falsch. Vielmehr kümmern sich die Schüler um Schnecken, Stabschrecken, Fische und Axolotl. Denn diese Tiere sind pflegeleicht und besonders interessant, finden Amina, Sarah, Simon, Felix, Alexander, Justin, Daryl, Tom, Tim, Daniel und Marc. Die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums besuchen ihre AG jeden Donnerstag und kümmern sich liebevoll um ihre Patentiere.

Wer ganz leise ist, hört die Schnecken schmatzen

Manchmal, wenn die Schüler im Unterricht ganz leise sind, hören sie die Schnecken schmatzen. „Sie knuspern dann den Salat“, erklärt Felix (14). Legen die Schüler einen ganzen Salatkopf in ihr Terrarium, verputzen sie diesen innerhalb von nur einem Tag. Immerhin sind die Achat-Schnecken handtellergroß, wenn sie aus ihren Häusern kriechen. Heute schlafen sie aber lieber. „Erst wenn es wärmer ist, werden sie aktiv“, sagt Felix. Lehrerin Stefanie Behnisch ergänzt: „Und wie! Dann ist das ganze Terrarium voller Schleimspuren.“

Felix und die 14 anderen Mitschüler der AG kümmern sich ums Saubermachen der Aquarien und Terrarien, um das Füttern und Pflegen der Tiere. Seit 2005 gibt es die AG am Max-Planck-Gymnasium, sie ist Teil des Mint-Konzepts der Schule, bei dem der Fokus auf Naturwissenschaften liegt. Viele sind schon seit der fünften Klasse dabei. „Die jüngeren lernen von den älteren Schülern“, erklärt Stefanie Behnisch. In den Ferien wechseln sie sich alle ab mit dem Kümmern.

Tier-AG kümmert sich um besondere Tiere
Tier-AG kümmert sich um besondere Tiere

Nebenan hocken die schmalen Stabschrecken im Terrarium auf Brombeerblättern – gut getarnt als braune Zweige. Simon hebt eine davon auf seine Hand. Sieht harmlos aus... „Die können auch schreien“, sagt der 15-Jährige. Meistens versuchen sie aber nur nach oben zu klettern oder kleben an der Glasscheibe des Terrariums, wo die Schüler sie gut beobachten, ihre weißen Fühler an den Vorderbeinen studieren können. „Regelmäßig wechseln wir die Blätter aus und besprühen sie mit Wasser für eine hohe Luftfeuchtigkeit.“

Insekten brauchen wenig Zuwendung

Das Versorgen der Tiere finden die Kinder und Jugendlichen toll. „Besonders für die von uns, die zuhause keine Haustiere haben“, sagen sie. Jedoch zieht es vor allem Jungs in die AG. Wo sind die Mädchen? Gibt es zu wenig flauschige Tiere? „Ja, das kann sein“, weiß Simon und lacht: „Zu Beginn der AG kommen ganz viele, dann sehen sie die Stabschrecken und sind schnell wieder weg.“ Dabei haben die Insekten im Vergleich zu Hamstern durchaus Vorteile: Kinder mit Allergien können sie bedenkenlos berühren und sie brauchen kaum Zuwendung. „Schön ist, dass wir das, was wir in Biologie sonst nur theoretisch hören, hier in der Praxis lernen“, findet einer der Jungs. Sind denn weitere Tiere geplant? „Ja, eine Eierschlange würden wir gerne haben“, sagt Simon.

Kleine Hähnchenstücke für den Axolotl

Ganzer Stolz der Gruppe sind aber die Tiere mit dem ungewöhnlichen Namen: Axolotl. Zwei Weibchen und ein Männchen schwimmen in dem großen Terrarium, rudern mit ihren kurzen Ärmchen durchs Wasser. „Sie gehören zur Familie der Schwanzlurche und stammen aus Mexiko“, wissen Amina, Alexander und Sarah, die die fünfte Klasse besuchen. „Und sie essen ein mal pro Woche Fleisch.“ Mit einer Pinzette reichen sie kleine Hähnchenstücke ins Wasser. Ein Haps und das Fleisch verschwindet im Maul des Axolotls. „Einem von ihnen wurde mal ein Arm abgebissen“, sagt Alexander. „Der ist aber wieder nachgewachsen.“ Immerhin werden die Tiere 20 bis 25 Jahre alt. So sollten die Schüler noch lange was von ihnen haben.

>>>Stellt und Eure Schul-AG vor

In unserer Serie „Unsere beste Schul-AG“ suchen wir Schüler, die Lust haben, ihre besonderen Kurse vorzustellen.

Gibt es auch bei Euch an der Schule eine spezielle Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag? Wenn Ihr diese einmal unseren Lesern vorstellen möchtet, schreibt uns einfach eine E-Mail an:
redaktion.duisburg@waz.de.

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