Lehrermangel in Duisburg

Lehrermangel an Förderschule: Was die Bezirksregierung plant

An der Förderschule Am Rönsbergshof in Duisburg-Beeck sind viele Lehrerstellen unbesetzt.

An der Förderschule Am Rönsbergshof in Duisburg-Beeck sind viele Lehrerstellen unbesetzt.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  An einer Duisburger Förderschule drohen ganze Tage auszufallen. Die Bezirksregierung will dem Personalmangel mit verschiedenen Mitteln begegnen.

Nach dem Brandbrief der Duisburger Förderschule Am Rönsbergshof hat sich jetzt die Bezirksregierung Düsseldorf zur betriebsgefährdenden Personallücke im Kollegium geäußert. Die Schulaufsicht arbeite mit allen Mitteln daran, eine ausreichende Lehrerversorgung sicherzustellen, erklärte Regierungssprecherin Silke Schirmer auf Nachfrage der Redaktion. Auf verschiedenen Wegen wolle man weiteres Personal an die Förderschule holen, an der aktuell ganze Unterrichtstage auszufallen drohen.

In Duisburg sollen mehr Lehrer ausgebildet werden

Die Schule, die den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung hat, besuchen derzeit 250 Kinder. Dafür hat die Bezirksregierung einen Bedarf von 63,45 Stellen errechnet, von denen demnach 6,5 Stellen nicht besetzt sind. Fehlende Lehrkräfte wegen Mutterschutz und längerfristiger Erkrankung sind darin nicht enthalten: Aus datenschutzrechtlichen Gründen könne man hierzu keine Angaben machen, so Schirmer. Sie bestätigt, dass die eigentlich vorgeschriebene Besetzung mit zwei Lehrkräften pro Klasse, teilweise nicht eingehalten werden kann.

Zur Vermeidung von weiterem Unterrichtsausfall seien bereits Lehrkräfte aus anderen Schulen nach Duisburg-Beeck abgeordnet worden. Zum 2. November werde eine weitere Abordnung umgesetzt. Dazu sind, wie bereits berichtet, aktuell zehn Stellen ausgeschrieben: Gesucht werden sechs Sonderpädagogen sowie vier Fachlehrer. Schließlich sollen an Duisburger Schulen generell mehr Lehrer ausgebildet und so weitere Personalkapazitäten geschaffen werden.

Förderschulen in Düsseldorf deutlich besser besetzt als in Duisburg

Der Schulpflegschaftsvorsitzende Peter Königs kritisierte zuletzt das Konzept der schulscharfen Stellenausschreibungen. Das führe automatisch dazu, dass manche Städte auf der Strecke blieben, während anderenorts kaum Lehrer fehlen würden. Die Zahlen der Bezirksregierung bestätigen diese These: Demnach sind an Duisburger Förderschulen aktuell 83 Prozent der Stellen besetzt, in Düsseldorf sind es dagegen 94 Prozent.

Auf Nachfrage, warum man weiterhin am schulscharfen Bewerbersystem festhalte, antwortet die Bezirksregierung: „Das Bewerbersystem wird durch das NRW-Ministerium für Schule und Bildung vorgegeben. Die Situation wird regelmäßig, auch kommunalübergreifend, von den Schulaufsichten beraten.“

In dem Brandbrief hatte die Leiterin der Förderschule Sirka Justus den Eltern mitgeteilt, dass bei Erkrankungen von Lehrern ganze Unterrichtstage ausfallen könnten. „Ich sehe mich gezwungen, Sie um Unterstützung zu bitten, indem Sie Ihre Kinder, soweit es Ihnen möglich ist, tageweise zu Hause behalten“, hieß es darin. Der Unterricht musste zuvor bereits an zwei Nachmittagen pro Woche gestrichen werden, um ihn an den anderen Tagen zu sichern.

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