Mahnmale

Kunstwerke in der Duisburger Innenstadt wechseln Standort

Das Duisburg-Mosaik am Osteingang des Hauptbahnhofs, das die Standorte der Stolpersteine zeigt, ist ungepflegt und wird von den Passanten kaum wahrgenommen.

Das Duisburg-Mosaik am Osteingang des Hauptbahnhofs, das die Standorte der Stolpersteine zeigt, ist ungepflegt und wird von den Passanten kaum wahrgenommen.

Foto: Mara Tröger

Duisburg-Innenstadt.   Das Denkmal für Anne Frank von Heinz Mack wird um 35 Meter versetzt. Fürs Mosaik am Osteingang des Hauptbahnhofs wird ein anderer Platz gesucht.

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Zwei Kunstwerken, die in der Innenstadt an die Gräuel der Nazi-Zeit erinnern, steht eine Veränderung bevor. Das „Denkmal für Anne Frank“ von Heinz Mack am Rabbiner-Neumark-Weg an der Stadtmauer zieht wegen des Mercatorviertels um. Es findet einen neuen Platz 35 Meter entfernt in unmittelbarer Nähe des Mahnmals zum Gedenken an die Duisburger Synagoge und die Opfer der Verfolgung. Der Standort sei in Absprache mit der Jüdischen Gemeinde und dem Verein „Gegen das Vergessen – für Demokratie“ gefunden worden, so die Stadtverwaltung. Auch der 88-jährige Künstler, der als Mitglied der Zero-Gruppe bekannt geworden ist, sei mit dem neuen Standort einverstanden.

Was aus dem Duisburg-Mosaik am Ostausgang des Hauptbahnhofs wird, ist hingegen noch offen. Der Kulturausschuss hat einstimmig dem von den Grünen beantragten Prüfauftrag zugestimmt, das Mosaik, das die Standorte der Stolpersteine zeigt, auf den Portsmouthplatz oder einen anderen zentralen Platz zu verlegen.

Verschmutzt und beschädigt

Das Mosaik wurde während der Jüdischen Kulturtage 2002 errichtet und in den Gehweg eingelassen worden – dort, wo die Deportationszüge zu den Konzentrationslagern abfuhren. Zwischen Taxistand und Imbiss komme es allerdings nicht mehr zur Geltung und werde von den meisten Passanten übersehen, begründen die Grünen ihre Initiative. Ein Innehalten und Betrachten an dieser Stelle sei kaum möglich, weil Reisende das Mosaik auf dem Weg zum Taxi, Zug oder Bus ständig überqueren. Außerdem fällt es kaum noch auf, man muss schon wissen, wonach man sucht, wenn man es betrachten möchte. Hebt sich das Mosaik, verschmutzt und beschädigt wie es inzwischen ist, doch kaum noch vom Straßenpflaster ab. Eine der Messingplatten, auf denen die Adressen der Stolpersteine nachzulesen sind, die an die deportierten jüdischen Duisburger erinnern, ist ebenso verschwunden wie eine Platte mit Mosaiksteinen. „Auch ein erklärender Hinweis auf das Mosaik fehlt“, begründen die Grünen ihren Wunsch nach einer Verlegung weiter. „So wirkt es, als wolle Duisburg die Erinnerung an Deportierte und Ermordete des Nazi-Regimes mit Füßen treten.“

Alternativer Standort Portsmouth-Platz

Nicht zuletzt müsse das Mosaik auch wegen der Baustelle zur Umgestaltung des herunter gekommenen Osteingangs zum Hauptbahnhof gerettet werden, so Claudia Leiße. Sie schlägt eine Verlagerung auf den Portsmouth-Platz vor, also vor den Haupteingang. Dessen hellere Pflasterung und die Sitzmöglichkeiten schafften Aufmerksamkeit und machten eine Auseinandersetzung mit dem Thema auch für Gruppen möglich. Auch der Platz werde davon profitieren.

Für die SPD mahnte Edeltraud Klabuhn, Künstler und alle Beteiligten einzubeziehen. Das sagte Kulturdezernent Thomas Krützberg zu, der die Prüfung „mit offenem Ergebnis“ angehen möchte.

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