Gerichtsverfahren

Kita-Skandal: „Zaubersterne“ enttäuscht über Prozessverlauf

Der frühere Buchhalter des Duisburger Kita-Trägers „Zaubersterne“ und seine Tochter müssen sich vor dem Amtsgericht wegen Untreue verantworten.

Der frühere Buchhalter des Duisburger Kita-Trägers „Zaubersterne“ und seine Tochter müssen sich vor dem Amtsgericht wegen Untreue verantworten.

Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  Der Prozess gegen den früheren Buchhalter einer Duisburger Kita muss pausieren. Der Träger ist enttäuscht über das Verschwinden wichtiger Akten.

Nach der vorläufigen Einstellung des Verfahrens gegen einen ehemaligen Mitarbeiter zeigt sich die Geschäftsführung des Kita-Trägers „Zaubersterne“ enttäuscht vom bisherigen Prozessverlauf. Gleichzeitig sei man beruhigt, dass der frühere Buchhalter und die Mitangeklagten nunmehr zu einem späteren Zeitpunkt zur Verantwortung gezogen würden, schreibt die Geschäftsführung der „Zaubersterne“.

Das Verfahren gegen den 75-Jährigen muss nach zwei Verhandlungstagen ausgesetzt werden. Erst jetzt sind im Keller des Polizeipräsidiums Akten aufgetaucht sind, die lange verschollen waren. Die Prozessbeteiligten müssen diese Dokumente erst sichten, bevor es weitergehen kann. Die Geschäftsführung der „Zaubersterne“ betont, man habe die Akten bereits Anfang 2016 der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Sie seien dem Gericht jedoch nicht übermittelt worden.

Duisburger „Zaubersterne“: Aus Verein wurde gemeinnützige GmbH

Die Anklage wirft dem 75 Jahre alten Krefelder Untreue in 203 Fällen vor. Zwischen 2010 und 2014 soll der damalige Buchhalter der „Zaubersterne“ etwas mehr als 370.000 Euro für eigene Zwecke missbraucht haben. Auf der Anklagebank sitzt auch seine 39-jährige Tochter, die einen Teil des Geldes erhalten haben soll. Ihr wirft die Anklage Beihilfe vor. Das Verfahren gegen zwei weitere Familienmitglieder des Hauptangeklagten war bereits beim Prozessbeginn Anfang Mai eingestellt worden.

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Das Unternehmen „Zaubersterne“ reagierte auf den Untreueskandal damals mit einer Umformierung. Aus dem früheren e.V. wurde eine gemeinnützige GmbH. Die professionelleren Strukturen sollten mehr Kontrollfunktionen innerhalb des Betriebs gewährleisten.

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