Jugendbegnung

Jugendliche aus drei Kontinenten im Rheinhauser Tempel

„Bildung für jeden“  sprühen die Jugendlichen mit Aleks van Sputto im Jugendzentrum Tempel auf die Stoffbahn. Foto : Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

„Bildung für jeden“ sprühen die Jugendlichen mit Aleks van Sputto im Jugendzentrum Tempel auf die Stoffbahn. Foto : Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Zur Jugendkonferenz der Kindernothilfe kamen Teilnehmer aus Kolumbien und Südafrika. Ihr Thema war „gute Bildung“

2015 beschloss die internationale Staatengemeinschaft die Agenda 2030. Sie formuliert 17 Ziele für ein gelingendes Zusammenleben. Gute Arbeitsbedingungen, nachhaltiges Wirtschaften und Frieden werden genannt. Ein aktuelles Ziel, das junge Menschen weltweit bewegt, bleibt: Chancengerechte und hochwertige Bildung. Jetzt kamen Schüler zu Wort. Was wünschen sie sich für das Bildungssystem? Wie sieht ihr Schulalltag aus?

Solche Fragen diskutierte die internationalen Jugendkonferenz, zu der die Kindernothilfe mit ihrer südafrikanischen Partnerorganisation YFC KwaZulu Natak einlud. „Zur Zeit fördern wir mit 697 Projekten rund zwei Millionen Kinder in 32 Ländern“, erklärte Lennart Wallrich, Kampagnenmanager der Kindernothilfe Duisburg. Zur Förderung gehört die politische Partizipation: „In der Konferenz haben die Jugendlichen die Chance, an Entwicklungszielen mitzuarbeiten. Den Entwurf reichen wir an Politiker weiter.“

Bevor es in die Detailarbeit ging, checkten die 14- bis 19-jährigen Jugendlichen ein. 60 junge Leute aus ganz Deutschland sowie aus Kolumbien und Südafrika übernachteten im Gemeindehaus. „Eine Woche lang haben wir Deutschland erkundet, waren in Düsseldorf und Hamburg “, erzählte Wallrich. Der Samstag war den 19 Workshops gewidmet. Im Sinne einer globalen, nachhaltigen Schule kreierten die Jugendlichen ein Recycling-Kunstwerk. Aus rund tausend bunten Plastik-Flaschendeckeln schufen sie ein riesiges Mosaik. Künstler Aleks van Sputto bot einen Graffiti-Workshop an. „Education for Everyone“ sprühten die Jugendlichen in bunten Farben auf ein Transparent. „Das Klischee, Graffiti wäre Beschmutzung, möchten wir aufheben. Die gesprayten Worte bilden eine politische Botschaft“, so van Sputto. Die Stimme erheben – das war auch Thema verschiedener Vorträge, die unter anderem die Bildungssituation von Geflüchteten sowie Mobbing im Schulsystem beleuchteten.

Diskussion mit Hilfe von Simultanübersetzern

Zehra Cilli (16), Janset Kaya (17) und Jamie-Marie Beyer (17) schätzen den Austausch mit ihren neuen Freunden aus Afrika und Kolumbien: „Wir ähneln uns sehr, zum Beispiel in Sachen Musik und Mediennutzung.“ Ihre Wünsche? „Lernen, wie man Bewerbungen schreibt, mehr lebenspraktische Inhalte, weniger Konkurrenz und keine Ausgrenzung.“ Die Südafrikanerin Sane Shandu erzählte, was sie bewegt: „An unseren Schulen gibt es Gewalt, Drogenmissbrauch und Klassenzimmer in schlechtem Zustand.“ Die Teilnehmer erarbeiteten Lösungen,und tauschten sich mit Hilfe von Simultanübersetzern aus.

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