Kultur

Jesus und Pop-Star Shakira? La Signora bringt beide zusammen

Die Kabarettistin Carmela de Feo bewies als La Signora bei der Klinikkultur im Duisburger BG Klinikum, dass sie auch Weihnachten kann – aber mal ganz anders.

Die Kabarettistin Carmela de Feo bewies als La Signora bei der Klinikkultur im Duisburger BG Klinikum, dass sie auch Weihnachten kann – aber mal ganz anders.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Buchholz.  La Signora bringt Weihnachtsstimmung in die Klinikkultur – mit Shakira. Die Kabarettistin zeigt am Duisburger BG Klinikum auch ihre ernste Seite.

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Wenn die „Ruhrgebieterin“ ruft, bleibt kein Platz frei und kein Auge trocken. So war es am Dienstagabend in der ausverkauften Mehrzweckhalle des BG Klinikums. „La Signora“ verbreitete dort mit ihrer „Wünsch Dir was - Weihnachtsshow“ vorweihnachtliche Stimmung auf ihre ganz spezielle Art.

So ganz geheuer ist ihr der Auftritt in der Klinik nicht: „Am liebsten hätte ich Gummihandschuhe angezogen, man weiß ja nie.“ Ihre (gespielte) Angst, sich anzustecken, ist natürlich unbegründet. Ansteckend ist nur ihr skurriler Humor, wie die Reaktion des Publikums immer wieder beweist.

La Signora zeigt in Duisburg, was neun Monate vor Heiligabend geschah

Das kleine Energiebündel im Gouvernantenlook – nie ohne Haarnetz! – bemüht sich durchaus, weihnachtliche Stimmung zu verbreiten. Dazu schnappt sich die ausgebildete Akkordeonspielerin ihren „Apparillo“ und stimmt gemeinsam mit den Besuchern „Gloria In Excelsis Deo“ an, ein Versuch, der erstaunlich gut gelingt. Nicht so gut klappt das mit dem Lied „O Tannenbaum“. Nach der ersten Strophe ist bei den meisten Feierabend, was „La Signora“ zu der Bemerkung veranlasst: „Dat hab ich mir gedacht, wie viele Jahre habt Ihr Euch Weihnachten mit der ersten Strophe durchgemogelt?“

Einmal in Stimmung, verteilt Carmela de Feo sogar Heiligenbildchen, allerdings von sich selbst. Das verbindet sie mit dem Segensspruch „Heilige Signora, erlöse uns von den Blöden.“ „La Signora“ hat auch ganz genaue Vorstellungen, was damals in Nazareth „neun Monate vor Heiligabend geschah“. Die zeigt sie auf musikalische Weise zur Melodie von Shakiras WM-Song „Waka-Waka“. Mit ihren genialfrechen Texten und ihrer rasanten Bühnen-Performance bringt sie den Saal endgültig zum Kochen.

Vom Duisburger Publikum lässt sich La Signora Geschenke geben

So ganz ohne Geschenke wollte die Frau mit den Ruhrgebiets-Genen („Ich hab’ die A40 inne Blutbahn“) nicht zurück nach Oberhausen. Ganz pragmatisch lässt sie zu diesem Zweck einen Weihnachtssack durch die Reihen wandern. Als der Inhalt nach der ersten Runde noch nicht ihren Vorstellungen entspricht, gibt sie kurzerhand die Anweisung: „Lass nochma’ rumgehen.“ Am Ende ist die Aktion dann doch erfolgreich. Halbvolle Keks-Schachteln, Brillenputztücher und sogar ein Stroh-Weihnachtsstern sorgen bei „der in die Jahre gekommenen Jungfrau“ für Entzücken.

Durchaus ernst gemeint ist Carmela de Feos Weihnachts-Foto-Aktion zugunsten der Institution „Friedensdorf International“, die auch in Oberhausen einen Standort hat. In der Pause und nach der Vorstellung konnten sich die Besucher gemeinsam mit „La Signora“ gegen eine Spende fotografieren lassen. Auch die Zebra-Kids waren im Klinikum präsent, gegen eine kleine Spende konnten sich Besucher mit blau-weißen Weihnachtsmützen eindecken.

Dass die quicklebendige Komödiantin ihr Publikum genau beobachtet, wird am Schluss deutlich: „Die inne vierten Reihe haben immer an der falschen Stelle gelacht, dat is mir schon die ganze Zeit aufgefallen.“ Am Ende gibt’s viel Applaus für „La Signora“ für eine furiose und urkomische Weihnachtsshow – auch aus der vierten Reihe.

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