Parteispitze

Jäger-Rücktritt: Wer Chef(in) der SPD Duisburg werden könnte

Folgt eine(r) von ihnen auf Ralf Jäger als Vorsitzende(r) der SPD Duisburg? Mahmut Özdemir, Sarah Philipp und Bärbel Bas am Tag der OB- und Bundestagswahl im September 2017.

Folgt eine(r) von ihnen auf Ralf Jäger als Vorsitzende(r) der SPD Duisburg? Mahmut Özdemir, Sarah Philipp und Bärbel Bas am Tag der OB- und Bundestagswahl im September 2017.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ex-NRW-Innenminister Ralf Jäger ist nach 14 Jahren nicht mehr Vorsitzender der SPD Duisburg. Wer ihm als Parteichef(in) nachfolgen könnte.

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Nach 14 Jahren hat Ralf Jäger sein Amt als Vorsitzender der SPD Duisburg am Freitagmorgen niedergelegt, um mehr Zeit für seine schwer erkrankte Frau Marion zu haben. An geeigneten Nachfolgekandidatinnen und -kandidaten gibt es im Unterbezirk keinen Mangel. Jäger gibt keine Empfehlung ab, verweist aber auf „junge engagierte Genossinnen und Genossen, die mehr Verantwortung tragen können und werden“. Wer – vor oder nach den Kommunalwahlen im September 2020 – neue(r) Chef(in) der SPD Duisburg werden könnte:

Zwei schon sehr erfahrene Nachwuchspolitiker scheinen prädestiniert für den Neustart in Duisburg – auch mit Blick auf den notwendigen Umbruch der Bundespartei: Sarah Philipp und Mahmut Özdemir.

Sarah Philipp, Managerin der SPD-Landtagsfraktion

Sarah Philipp: Die bürgernahe 36-Jährige aus dem Süden der Stadt war bislang wie Kölns Regierungspräsidentin Gisela Walsken (61) Jägers Stellvertreterin. Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Buchholz/Wedau übernimmt auch als Landtagsabgeordnete eine Führungsaufgabe. Die Fraktion wählte sie 2018 zur parlamentarischen Geschäftsführerin, zur „Managerin der Fraktion“, wie sie sagt.

Sie gilt als Nachwuchshoffnung der Landespartei, wurde zwischenzeitlich sogar als mögliche Herausforderin von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gehandelt. Für den Austausch mit der Duisburger Basis ist es ein alltäglicher praktischer Vorteil, in der Nachbarstadt Düsseldorf zu arbeiten.

Noch unter dem Eindruck des emotionalen Gesprächs mit Ralf Jäger sagte Philipp am Freitagnachmittag zu ihren Ambitionen: „Darüber habe ich mir echt noch keine Gedanken gemacht.“

Mahmut Özdemir: Der Vorsitzende der SPD Homberg und Beisitzer des Unterbezirks pendelt zwischen Berlin und Duisburg. Özdemir erhielt bundesweit Aufmerksamkeit, als er 2013 mit damals 26 Jahren als jüngster Abgeordneter in den Bundestag gewählt wurde. Im Berliner Politikbetrieb hat sich der türkeistämmige Jurist als Innenpolitiker und Plenarredner etabliert, ist gefragter Interviewpartner in Integrationsdebatten.

Der 32-Jährige gehört in der SPD-Fraktion dem Sprecherkreis der konservativen Seeheimer an. In den Stadtteilen seines Wahlkreises 116 ist er viel unterwegs und nah dran an den Menschen im Duisburger Norden und Westen.

Was gegen Bärbel Bas und Sören Link als Nachfolgerin spricht

Auch Bärbel Bärbel könnte freilich Parteichefin: Die gebürtige Walsumerin ist seit 2009 Bundestagsabgeordnete, ihr Wahlkreis umfasst den Duisburger Süden. Dem Vorstand des Duisburger Unterbezirks gehörte sie 20 Jahre an, seit 2018 jedoch nicht mehr. Bei der Wahl zur stellvertretenden Unterbezirksvorsitzenden 2016 votierten 94,2 Prozent der Delegierten für sie, deutlich mehr als für die anderen Vorstandsmitglieder.

Was gegen ihre Ambitionen auf den Parteivorsitz sprechen könnte: Erst Ende September wählten die Bundestagsabgeordneten die 51-Jährige aus der Parlamentarischen Linken als Nachfolgerin von Karl Lauterbach zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Da bleibt kaum Zeit für die Parteiarbeit in der Heimat.

Selbst wenn Oberbürgermeister Sören Link (43) Ambitionen hätte: Die meisten Berater würden ihm davon abraten, als erster Bürger der Stadt auch noch den Parteivorsitz anzustreben. Dieser verträgt sich nicht mit dem Hauptamt des Verwaltungschefs. Als OB ist Link zudem bis 2025 gewählt.

Ebenso unwahrscheinlich ist, dass Gisela Walsken oder einer der Beisitzer Frank Börner (53, MdL, Vorsitzender OV Röttgersbach), Rainer Bischoff (61, MdL) und Jürgen C. Brandt (64, Ex-Stadtdirektor und -OB-Kandidat) den Finger hebt. Für einen Neuanfang stünden sie ohnehin nicht, sie kämen allenfalls als Übergangslösungen infrage. Bruno Sagurna (61), Fraktionschef im Stadtrat, hat nach eigenen Angaben keine Ambitionen auf eine Führungsposition in der Partei.

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