Innenhafen

Investor ist weiter an „The Curve“ in Duisburg interessiert

Das Baugrundstück für „The Curve“ hinter der Promenadentreppe hat sich als kostenträchtig erwiesen.

Das Baugrundstück für „The Curve“ hinter der Promenadentreppe hat sich als kostenträchtig erwiesen.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg.   Ein Neuanlauf für das Mega-Bauprojekt „The Curve“ im Duisburger Innenhafen? Die Düsseldorfer Projektentwickler verhandeln mit der Stadt.

Die Düsseldorfer Projektentwickler „Die Developer“ haben unverändert trotz aller Probleme weiterhin großes Interesse an der Realisierung von „The Curve“ im Duisburger Innenhafen und sind bereit, die Weichen für eine Fortsetzung des gestoppten Bauprojekts an der Promenadentreppe im Innenhafen zu stellen. „Der Standort ist gut, unser Produkt ist toll“, erklärt die Projektleiterin Melike Wirth gegenüber dieser Zeitung.

Sie bestätigt damit Bekundungen der Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage für die Ratssitzung am Montag, dass sich der Investor „aktuell nochmal deutlich zum Projekt bekannt“ habe. In der Vorlage für die nicht-öffentliche Sitzung teilt die Stadtverwaltung zugleich aber mit, dass die Kosten für eine Kampfmitteluntersuchung und die Baureifmachung des Baurundstücks nochmals um etliche Millionen teurer würde.

Würde. Denn mittlerweile scheint sich das bisherige Verfahren, den instabilen Baugrund aus Waschbergematerial mit 3600 sogenannten Rüttelstopfsäulen zu verfestigen und baureif zu machen, erledigt zu haben.

Zur Erinnerung: Dieses Verfahren musste gestoppt werden, weil sich die gängige, ferro-magnetische Kampfmittelsuche in dem erzhaltigen Erdreich nicht anwenden lässt. Ein anderes Verfahren ist zwar jetzt genehmigt, die Kosten dafür würden sich aber laut der Vorlage auf über 3,8 Millionen Euro belaufen. Die Kostenkalkulation für die anschließende Bodenverdichtung ist laut der städtischen Gebag, die mit der Baureifmachung beauftragt wurde, in der Zwischenzeit wegen technischer und marktabhängiger Gründe außerdem auf 7,8 Millionen Euro angestiegen. Zusammengerechnet: An die 12 Millionen Euro würde die Baureifmachung insgesamt kosten.

Kalkulation jetzt bei 12 Millionen

Würde. Denn die Stadt hatte sich im vergangenen Jahr bei den Developern über einen Nachtragsvertrag inklusive einer Zahlung von 4,3 Millionen Euro aus der ursprünglichen Verpflichtung zur Baureifmachung herausgekauft und damit auch mögliche Schadensersatzforderungen im zweistelligen Millionenbereich abgewendet. Nach dem vertraglichen Reset-Knopf prüfen Stadt und Investor nun, ob sich das ambitionierte 150-Millionen-Sichelgebäude entlang der Promenaden-Treppe mit Gastronomiemeile, Büros, Wohnungen und einem Hotel unter den neuen Vorzeichen doch noch realisieren lässt.

Investoren stehen weiter zum Vorhaben

Dabei stehen die Düsseldorfer Investoren weiter zu dem Vorhaben. „Wir arbeiten partnerschaftlich mit der Stadt an dem Projekt“, unterstreicht Melike Wirth. Sie konstatiert zugleich, dass das Projekt eine „längere Durststrecke“ durchmache. So lange sich die Wirtschaftslage im Immobilienmarkt aber nicht dramatisch veränderte, bleibe das Projekt in Duisburg interessant. Man habe die weitere Vermarktung derzeit „auf Eis gelegt“.

Die Developer sind bereit, alternativen Möglichkeiten der Baureifmachung zu prüfen. Aus Sicht der Stadt müsste der Investor dann aber das Grundstück kaufen und die Baugründung in Eigenregie durchführen. Bei der Kampfmittelsondierung stellt die Stadt eine „finanzielle Risikoverteilung“ in Aussicht. „Über Kosten und Risiken wurde bislang nicht geredet“, so Wirth.

Unterdessen treibt die Stadt ihrerseits die letzten Planungsdetails voran, um im Herbst einen fertigen Bebauungsplan parat haben zu können. Dann wird wahrscheinlich endgültig entschieden, ob „The Curve“ mit den Düsseldorfern, die ein Vorgriffsrecht haben, doch noch realisiert wird oder die Stadt erneut auf Investorensuche gehen muss.

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