Modellbau

Hobbybastler baut Kriegsschiff nach – nach Originalplänen

Hans-Gerd Loeven hat zehn Jahre lang an seinem Projekt gearbeitet: einem Kriegsschiff nach Originalplänen, im Maßstab 1:50.

Hans-Gerd Loeven hat zehn Jahre lang an seinem Projekt gearbeitet: einem Kriegsschiff nach Originalplänen, im Maßstab 1:50.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Ungelsheim.  Zehn Jahre lang hat Hans-Gerd Loeven den Zerstörer Z 28 gebaut, bis hin zu fernsteuerbaren Torpedos. Nur ein Detail hat er bewusst ausgelassen.

Dass in Ungelsheim eine Werft beheimatet ist, wissen vermutlich die wenigsten. Kein Wunder, sie befindet sich schließlich im Hobby-Keller von Hans-Gerd Loeven. Im Frühjahr ist dort der Nachbau des Zerstörers Z 28 vom Stapel gelaufen. Dass es sich dabei um ein gar nicht so kleines technisches Meisterwerk handelt, wird schnell deutlich. Immerhin hat das Kriegsschiff eine Länge von 2,54 Metern.

Das entspricht genau dem Maßstab 1:50. Der Ungelsheimer betont, dass es sich bei seinem Projekt nicht um den üblichen Modellbau handelt: „Das ist ein Nachbau nach den Original-Plänen, die auch damals Verwendung fanden.“ Mehr als zehn Jahre hat der Rentner am Zerstörer der Kriegsmarine gearbeitet, dabei auch einige längere schöpferische Pausen eingelegt. Jetzt ist das Schiff bis ins kleinste Detail nachgebaut. Dabei hat Loeven auch die Inneneinrichtung wie die Ausgestaltung von Offiziersmesse und Kommandobrücke nicht vergessen.

Bei der Anfertigung des Nachbaus ist er mit großer Akribie vorgegangen. „Ich bin schon ein Perfektionist.“ So hängt in der Offiziersmesse, die wie alle Innenräume natürlich auch beleuchtet ist, ein kleines Wandgemälde des Schiffs. Und wenn auch nicht die komplette Besatzung von 315 Mann auf der Z 28 zu sehen ist, stellen etliche handbemalte maßstabsgetreue kleine Figuren das Leben an Bord nach.

In einem Detail weicht er ab: Die Reichskriegsflagge kommt ihm nicht ins Haus

Nur bei der Beflaggung des Zerstörers weicht Hans-Gerd Loeven ganz bewusst vom Original ab: „Die Reichskriegsflagge und andere nationalsozialistische Symbole habe ich weggelassen, sowas möchte ich nicht in meinem Haus haben. Auch nicht auf einem Nachbau.“ Selbstverständlich hat der Hobby-Kon­strukteur dafür gesorgt, dass Geschütze und Torpedo-Rohre sich per Fernsteuerung bewegen lassen und auch der Schiffsantrieb voll funktionstüchtig ist. Mit der rauen See als Hintergrundgemälde hat Loeven seinem Schiffsnachbau das passende Ambiente bereitet.

Die Baukosten halten sich in erstaunlichen Grenzen: „Mehr als 300 Euro habe ich nicht investiert.“ Der frühere Entwicklungselektroniker ist stolz darauf, keine fertigen Elemente hinzugekauft zu haben: „Ich hab mir alles, was ich benötigte, aus dem Baumarkt besorgt.“ Dazu gehören Sperrholzplatten, Messingbleche- und -rohre und LED-Lämpchen. In seiner gut ausgerüsteten kleinen Werkstatt wurden aus dem Rohmaterial die entsprechenden Schiffsteile.

Der Bastler hat schon das nächste Projekt – es wird noch größer

Tipps hat sich der Ruheständler auf der Dortmunder Modellbaumesse geholt, seinem Hobby geht er bereits seit seiner Jugend nach. Davon zeugen einige Flugzeug- und Schiffsmodelle, die ihren festen Platz im Hobby-Keller haben. Und ein Ende seiner Leidenschaft ist noch nicht in Sicht. Mit dem Nachbau des Schweren Kreuzers „Prinz Eugen“ hat Loeven bereits ein neues, ambitioniertes Projekt in Angriff genommen. Auch hier wird er maßstabsgetreu vorgehen. Das bedeutet, dass am Ende ein Schiff von mehr als vier Metern Länge entsteht. Wo das dann untergebracht werden soll, ist auch Ehefrau Inge noch nicht klar. Das ihr Ehemann viele Stunden im Keller verbringt, nimmt sie gelassen: „Ist doch gut, wenn jeder seine Hobbys pflegt und seinen eigenen Bereich hat.“

Enkel Max ist längst in die Fußstapfen seines Opas getreten und hat seinen eigenen Arbeitsplatz in Opas Keller: „Der ist ganz schön pfiffig, baut und tüftelt mit Lego -Technik.“ Dass die selbstgebauten Rennflitzer seines Enkels auf der Rennbahn für Mini-Autos in Großenbaum erfolgreich ihre Runden drehen, macht Opa Hans-Gerd mächtig stolz.

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