Kirchengemeinde

Ev. Gemeinden im Duisburger Westen schließen sich zusammen

Die Evangelischen Kirchengemeinde Friemersheim gehört bald ebenfalls der Gesamtkirchengemeinde an.

Die Evangelischen Kirchengemeinde Friemersheim gehört bald ebenfalls der Gesamtkirchengemeinde an.

Foto: Fabian Strauch / Funke Foto Services

Duisburger Westen.  Im Februar 2020 werden in den Ev. Kirchengemeinden der Rheinischen Landeskirche die Presbyterien gewählt – aber nicht in Rheinhausen und Rumeln.

Im Februar 2020 werden in den Evangelischen Kirchengemeinden in der Rheinischen Landeskirche die neuen Gemeindeleitungen, die Presbyterien, gewählt. In den fünf Evangelischen Kirchengemeinden der Duisburger Stadtteile Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen (Ev. Christus-, Friedens- und Erlöserkirchengemeinde, Ev. Gemeinden Friemersheim und Rumeln-Kaldenhausen) jedoch nicht. Und das aus gutem Grund.

„Wir fünf sind ja auf dem Weg zur Gesamtkirchengemeinde“, erklärt Anne Eichhorn, Vorsitzende des Gemeindeverbandes, in dem die Gemeinden bereits seit Langem zusammenarbeiten. „Am 1. Januar 2021 soll der Schritt vollzogen werden. Und weil eine Evangelische Kirchengemeinde von einem Presbyterium geleitet wird, das die Gemeindeglieder per geheimer Wahl selbst bestimmen, müsste im Februar 2021 erneut gewählt werden.“

Wahlen verschieben sich um ein Jahr

Für solche Fälle sieht die Kirchenordnung eine Verschiebung der Wahlen um maximal ein Jahr vor. „Dankenswerterweise haben sich die jetzigen Presbyterinnen und Presbyter bereit erklärt, ihre Amtszeit zu verlängern. Bei uns werden die Wählerinnen und Wähler dann im Februar 2021 zum Wählen aufgerufen“, sagt Eichhorn.

Die Überlegungen, dass sich die fünf Evangelischen Kirchengemeinden zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammenschließen, begannen bereits vor fünf Jahren. In etlichen Gemeindeversammlungen und in den Gemeindebriefen wurden die Planungen besprochen und Rückmeldungen aufgenommen. Presbyterien tagten in den einzelnen Gemeinden und gemeinsam, Überlegungen in Ausschüssen und Gruppen sowie mit haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden wurden angestellt. „Und schließlich haben wir die Satzung verfasst, sie wird zurzeit von der Landeskirche kirchenrechtlich überprüft“, erklärt die Verbandsvorsitzende.

Gesamtkirchengemeinde mit eigenen Presbyterien

Die Satzung sieht vor, dass die jetzigen Gemeinden eigene Bereiche der Gesamtkirchengemeinde bleiben. Sie werden, wie jetzt, jeweils ihre eigenen Presbyterien haben. Gewählt werden sie von den Gemeindegliedern des jeweiligen Bereiches. Das Gesamtpresbyterium bilden dann Vertreter der Bereichspresbyterien. „Dieses Verfahren führt dazu, dass die einzelnen Gemeindebereiche und damit die Wählerinnen und Wähler über ihre entsandten Abgeordneten auch gesamtkirchengemeindlich ein starkes Mitspracherecht haben und deswegen die jeweiligen Bereichsschwerpunkte berücksichtigt werden“, so Eichhorn.

Hintergrund für die Gründung einer Gesamtkirchengemeinde, so Sieghard Klimkait, Pfarrer der Evangelischen Christuskirchengemeinde, sei die Überlegung gewesen, dass man nur gemeinsam die bisherige Arbeit von der Jugendarbeit über die pfarramtliche Versorgung bis hin zu den Seniorenkreisen auf eine solide Basis stellen kann. „Die Finanzmittel werden geringer, unsere vielfältigen und wichtigen Aufgaben für die Menschen aber nicht“, fasst Anne Petsch, Pfarrerin in Friemersheim, den Sachverhalt zusammen.

Neuer Gestaltungsspielraum für Pfarramtsarbeit

In der Gesamtkirchengemeinde können die Presbyterien dagegen besser planen, welche Arbeit sie gemeinschaftlich schultern, welche finanziellen Ausgaben sie zusammen tätigen können und welche Schwerpunkte in den einzelnen Gemeindebereichen gesetzt werden. „Gemeinsam können wir weiterhin gut steuern und gestalten“, sagt Beate Rosenbaum-Kolrep, Pfarrerin der Friedenskirchengemeinde in Rheinhausen. „Dieser Gedanke hat sich auch in den Gemeindeversammlungen durchgesetzt.“

Gudrun Burwitz, Presbyterin der Evangelischen Erlöserkirchengemeinde, vermutet: „Die Gesamtkirchengemeinde wird nicht so viel für die Gemeindeglieder ändern. Vielleicht wird das Neue, außer durch den neuen Namen, der noch gar nicht feststeht, gar nicht groß bemerkbar sein.“ „Aber es wird viel an unserem Gestaltungsspielraum ändern“, ist sich Cornelia Brennemann, Diakonin der Ev. Kirchengemeinde Rumeln-Kaldenhausen, sicher. „Ich freue mich, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen.“

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