Medizin

Duisburgs Unfallklinik setzt gegen Schmerzen Telemedizin ein

Dr. Mike Papenhoff ist Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin an der Unfallklinik in Buchholz. 

Dr. Mike Papenhoff ist Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin an der Unfallklinik in Buchholz. 

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg  Das BG Klinikum Duisburg führt eine Sprechstunde per Video-Call ein. Das vermindert direkte Kontakte. Auch per App werden Schmerzen bekämpft.

Das BG Klinikum Duisburg setzt in der aktuellen Corona-Situation auf eine neue Sprechstunde mit den Schmerzmedizinern des Hauses per Video-Call und eine App zum Training gegen starke Schmerzen in der Hand. "Ziel dieser Strategie ist es, ambulante Schmerzpatienten weiterhin zu betreuen und zugleich direkte Kontakte zu reduzieren", erklärt Dr. Mike Papenhoff, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin in der Unfallklinik.

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Neben dem Infektionsschutz können die Online-Sprechstunden auch zum Teil lange Anfahrtswege und Wartezeiten ersparen. Das Angebot soll nicht das Arzt-Patienten-Gespräch vor Ort abschaffen, sondern sinnvolle neue technische Möglichkeiten verstärkt und schneller nutzen als bisher geplant. Eingesetzt werden könne die Video-Sprechstunde Schmerzmedizin etwa beim Erstkontakt, um dem Patienten die weitere Vorgehensweise zu erklären. Beim Verdacht, dass ein schwerwiegendes Schmerzsyndrom vorliegt, werde ein Termin in der Klinik vereinbart.

Der Patient wählt sich ein – und landet im virtuellen Wartezimmer

Die Video-Sprechstunde läuft nicht viel anders als eine normale Sprechstunde, erläutert Papenhoff. Der Patient meldet sich wie bisher telefonisch in der Klinik zur Behandlung an. Anschließend bekommt er einen Termin sowie einen persönlichen Zugangscode. Kurz vor der ausgemachten Uhrzeit wählt sich der Patient per Smartphone, Laptop oder PC in die Video-Sprechstunde ein und landet erst mal in einem virtuellen Wartezimmer. „Daraus kann ich ihn dann so schnell wie möglich aufrufen, um am Bildschirm sicher und verschlüsselt eine Beratung durchzuführen, Röntgenbilder zu besprechen oder Laborbefunde zu analysieren“, erklärt Papenhoff. Dabei kommt eine zertifizierte Software zum Einsatz, die alle Datenschutzanforderungen erfülle.

Ergotherapie: "Intelligente" App misst sogar den Trainingserfolg

Ein weiteres Telemedizin-Projekt wurde in Zusammenarbeit von Schmerzmedizinern und Ergotherapeuten entwickelt. Mit der App fürs Tablet soll die Handbeweglichkeit beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) verbessert werden. Das ist eine Art Nervenentzündung, verbunden mit starken Schmerzen und geringer Beweglichkeit. Sie könnten per App unter Einsatz verschiedener Module und Spiele verbessert werden – und messe zugleich den Trainingserfolg. Einmal pro Woche treffen sich Ergotherapeut und Patient per Video zu einer Besprechung.

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