Haftbefehle vollstreckt

Duisburgerin (21) wurde wohl Opfer von Gruppenvergewaltigung

Die Polizei ermittelt gegen die drei Männer wegen schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung.

Die Polizei ermittelt gegen die drei Männer wegen schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung.

Foto: dpa (Archiv)

Krefeld/Duisburg/Moers.   Opfer soll von drei Männern stundenlang missbraucht worden sein. Ein Verdächtiger springt bei der Flucht vor der Polizei aus dem zweiten Stock.

In der Wohnung eines 24-jährigen Krefelders hat eine junge Frau aus Duisburg offenbar ein Martyrium über sich ergehen lassen müssen. Die 21-Jährige soll dort von dem Wohnungsinhaber sowie einem 24- und einem 28-jährigen Moerser misshandelt und missbraucht worden sein. Oberstaatsanwalt Günter Neifer von der zuständigen Klever Staatsanwaltschaft spricht von einer „Gruppenvergewaltigung“. Am Dienstag gab der erfahrene Ermittler weitere Details zu der Tat bekannt, die die Behörden am Montag öffentlich gemacht hatten. Demnach soll sich das Tatgeschehen über mehrere Stunden erstreckt haben.

Die 21-Jährige soll nicht nur vergewaltigt worden sein. Zusätzlich soll es „körperliche Übergriffe“ gegeben haben, bei denen die Staatsanwaltschaft nicht weiter ins Detail gehen möchte. Gegen die drei Männer werde daher nicht nur wegen schwerer Vergewaltigung, sondern auch wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagt Neifer.

Die Tat geschah in der Nacht vom 19. auf den 20. März. „Das Opfer ist freiwillig in die Wohnung mitgegangen“, sagt Neifer. Zumindest lose sollen sich die 21-Jährige und mindestens einer der mutmaßlichen Vergewaltiger schon vor der Tat gekannt haben. Nach Mitternacht soll es dann zu den Übergriffen gekommen sein. Das Opfer wird seitdem weiter betreut.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an

Ende März hatte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen die drei Verdächtigen erwirkt, von denen mindestens zwei der Polizei bereits bekannt sind. In den frühen Morgenstunden des 29. März rückten die Ermittler dann mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften an den jeweiligen Wohnanschriften in Krefeld und in Moers an. Dem 24-jährigen Moerser sei es Neifers Angaben nach zunächst noch gelungen, durch einen Sprung aus einem Giebelfenster im zweiten Stock des Hauses zu fliehen. Im Rahmen der anschließenden Fahndungsmaßnahmen konnten die Beamten ihn aber noch am gleichen Tag festnehmen.

Der Krefelder stellte sich ebenfalls am 29. März nahe seiner Arbeitsstelle, nachdem er von den Durchsuchungsmaßnahmen erfahren hatte. Für die Suche nach dem dritten Mann leitete die Polizei am Montag eine Öffentlichkeitsfahndung ein. Er stellte sich noch am gleichen Abend.

Opfer verzichtete auf eine Strafanzeige

Während die beiden schon Ende März festgenommenen Männer bereits in Untersuchungshaft sitzen, wurde der zuletzt Gesuchte am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt. Auch er sitzt nun im Gefängnis. Der Krefelder und der 24-jährige Moerser haben in ihren Vernehmungen bereits „Angaben“ gemacht, sagt die Staatsanwaltschaft. Aus ermittlungstaktischen Gründen lasse sich das aber nicht konkretisieren. Die drei Verdächtigen sind Deutsche mit Migrationshintergrund. In welchem Verhältnis sie zueinander und zum Opfer stehen, sei ebenfalls Gegenstand der noch andauernden Ermittlungen. Ausgangspunkt war übrigens keine Strafanzeige der 21-Jährigen. Von der Tat, sagt Neifer vage, hätten die Ermittler „anderweitig“ erfahren.

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben