Gericht

Duisburger soll betrunkene 15-Jährige vergewaltigt haben

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Ein Mann (22) soll eine 15-Jährige vergewaltigt haben, die alkoholisiert schlief. Aussage steht gegen Aussage. Gericht schaltet Psychologen ein.

Mit einem Sexualverbrechen unter Heranwachsenden hatte es jetzt das Amtsgericht am König-Heinrich-Platz zu tun. Die Anklage wirft einem 22-jährigen Duisburger schwere sexuelle Nötigung einer Widerstandsunfähigen vor. In der Nacht zum 30. Juli 2017 soll er sich an einer betrunkenen Jugendlichen vergangen haben.

Laut Anklage soll die damals 15-jährige Zeugin bei dem zur Tatzeit 20-jährigen Angeklagten in dessen Huckinger Wohnung zu Gast gewesen sein. Die jungen Leute schauten TV-Serien, spielten Karten und tranken Alkohol. Dem Mädchen soll davon schlecht geworden sein. Es übergab sich und schlief auf dem Bett des Angeklagten ein. Die Jugendliche soll erwacht sein, als der Gastgeber auf ihr lag und den Geschlechtsverkehr vollzog. „Hör auf. Geh sofort runter“, soll das Mädchen gefordert haben. „Ja, warte“, soll die originelle Antwort gelautet haben.

Angeklagter bestreitet den Vorwurf

Vorwürfe, die der Angeklagte nicht nachvollziehen konnte. „Sie war bei mir. Es ging ihr nicht gut, weil sie sich wohl gerade von ihrem Freund getrennt hatte.“ Irgendwann habe sein Gast die Kleidung abgelegt und ganz offensichtlich Sex haben wollen. „Mittendrin hat sie es sich plötzlich anders überlegt. Da habe ich sofort aufgehört.“ Dennoch sei es bis zum nächsten Morgen ein harmonisches Beisammensein gewesen.

Ein 19-jähriger Zeuge, nach eigenen Angaben damals wie heute der Freund der Hauptbelastungszeugin, berichtete, es habe zur Tatzeit Stress in der Beziehung gegeben. „Ich war in den Sommerferien bei meiner Oma.“ Und er sei gar nicht erfreut gewesen, dass seine Freundin den Angeklagten unbedingt alleine habe besuchen wollen. „Erst am nächsten Abend hatten wir wieder Kontakt. Ich habe gemerkt, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Sie hat herumgedruckst und mir schließlich von der Sache erzählt.“ Der 19-Jährige verständigte aus dem Emsland heraus die Polizei.

Sachverständiger soll Glaubwürdigkeit prüfen

Die heute 17-jährige Hauptbelastungszeugin, die auch als Nebenklägerin auftritt, sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Die Aussage habe eine Reihe von Punkten enthalten, die ihm nicht gefallen hätten, meinte anschließend der Vorsitzende des Jugendschöffengerichts. Das Gericht setzte das Verfahren aus und will nun erst einmal einen psychologischen Sachverständigen mit einem Glaubwürdigkeitsgutachten beauftragen.

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