Ausstellung

Duisburger Künstler Cyrus Overbeck will die Zeit anhalten

Cyrus Overbeck mit einer Serie verschwindender David-Bowie-Porträts in Rot und einem hockenden Kind in Blau in der Cubus-Kunsthalle

Cyrus Overbeck mit einer Serie verschwindender David-Bowie-Porträts in Rot und einem hockenden Kind in Blau in der Cubus-Kunsthalle

Foto: DANIEL ELKE

Duisburg.   Die Cubus-Kunsthalle im Kantpark zeigt die Ausstellung „Album der Erinnerung“ mit hoch expressiven Arbeiten des Duisburger Künstlers aus Beeck.

Seine große Zeit als künstlerische Technik erlebte der Holzschnitt im Expressionismus und ein halbes Jahrhundert später in den 1970er und 80er Jahren als politisches Ausdrucksmittel – und demokratische, weil erschwingliche Kunst. Expressiv ist nicht nur die Kunst von Cyrus Overbeck, ausdrucksstark ist auch der Künstler selbst, wenn er sich und seine Kunst erläutert. Es sind – neben seiner eigenen Biografie – die ganz großen Themen, die ihn bewegen: Liebe und Tod, Religion und Terror.

Der Titel der Ausstellung „Album der Erinnerung“ klingt nach Rückblick, und es wäre eine Retrospektive geworden, wenn Overbeck 2016 nicht eine lebensbedrohliche Erkrankung überstanden hätte. 91 Tage zwischen Leben und Tod, für jeden Tag hat er einen Schmetterling radiert, sich erinnernd an das Mädchen in Hiroshima, das an Leukämie erkrankt war und 1000 Origami-Kraniche falten wollte, um gesund zu werden.

Mehrere Ateliers an verschiedenen Orten

Overbecks Wurzeln liegen in Teheran und Beeck, er wurde 1970 als Sohn eines Persers und einer deutschen Mutter geboren und wächst zunächst in der iranischen Hauptstadt auf. Sein erstes Atelier bezieht er als 16-Jähriger in der stillgelegten Brotfabrik seines Großvaters an der Arnold-Overbeck-Straße; von seinem Großvater habe er viel über den Krieg erfahren, sagt Cyrus Overbeck. Weitere Ateliers gibt es in Esens, wo er ein Haus gekauft und von 2004 bis 2007 auch als Lehrer gearbeitet hat, in Neuharlingersiel an der Nordsee und in Düsseldorf-Flingern. „Diese Orte haben einen ganz unterschiedlichen Reiz, den ich auch brauche“, sagt Overbeck.

„Die Ausstellung will die Zeit anhalten“, sagt er über „Album der Erinnerung“, in dem der Betrachter „sein eigenes Land ausloten“ soll. In den Arbeiten – zumeist großformatige Drucke auf Papier, aber auch gesprühte Motive auf Leinwand und Bronze-Skulpturen – verbindet er privates und kollektives Erinnern. 16 Porträts des 1904 geborenen Malers Felix Nussbaum, der 1944 in Auschwitz ermordet wurde, liegen auf dem Boden. An den Wänden Holzschnittdrucke von Helmut Schmidt bis Jimi Hendrix, gesprühte Motive einer Hockenden, gedruckte Käfer (Insekt und Auto), dazu ein sich aufbäumendes Bronze-Pferd und der Kopf einer Putte, beide umgeben von Rosen, den dornigen Blumen den Liebe.

Totenschädel gehören zu den Hauptmotiven von Overbecks Bronzen, mal ersetzt einer den Kopf eines Kinde (Titel „Vor der Taufe“), mal trägt einer Hörner. Eine Holzschnittserie der Tagebuch schreibenden Anne Frank, Madonnen, ein Einzelbild von New York ohne Twin Towers – Cyrus Overbecks Kunst ist schreiend laut und optisch wie emotional überwältigend.

>>> Die Eröffnung ist am Sonntag, 7. April

Die Ausstellung wird am Sonntag, 7. April, um 16 Uhr in der Cubus-Kunsthalle im Kantpark eröffnet. Das Grußwort spricht OB Sören Link, Kunsthallen-Leiterin Dr. Claudia Schaefer spricht mit Cyrus Overbeck über seine Arbeiten.

Unter den Gästen der Eröffnung, die eine adressierte und zugestellte Einladungskarte haben, wird ein Holzschnitt verlost.

Die Ausstellung bleibt bis 26. Mai (geöffnet mittwochs bis sonntags 14 bis 18 Uhr).

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