Kultur

Duisburger Jungautor ist fasziniert von Endzeitszenarien

Der junge Schriftsteller Devon Wolters hat bereits vier Bücher im Eigenverlag auf den Weg gebracht. Sein Lieblingsgenre: Science Fiction und Horror.

Der junge Schriftsteller Devon Wolters hat bereits vier Bücher im Eigenverlag auf den Weg gebracht. Sein Lieblingsgenre: Science Fiction und Horror.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Er ist gerade einmal 20 Jahre alt, und doch hat Devon Wolters vier Bücher geschrieben. Was den Jungautor an Eigenbrötlern fasziniert

Die Einen haben auf dem Bolzplatz Bälle gekickt, die Anderen online mit virtuellen Knarren geballert – Devon Wolters aber tüftelte mit 13 Jahren lieber an fantastischen Geschichten und vertonte sie anschließend eigenhändig für Youtube. „Ganz schön ‘nerdig’“ würde man vielleicht auf Neudeutsch sagen. Ein Sonderling. Doch inzwischen hat der heute 20-jährige Duisburger vier Bücher geschrieben und selbst herausgebracht.

Wolters fantastische Geschichten kommen ohne Vampire, Zombies und Superhelden aus

„Endpunkt“ und „Nabelschnur“ sind die neusten Werke des Jungautors und jüngst im Hardcover erschienen. Das macht optisch schon etwas her, und auch der Grund, warum Wolters seine Bände selbst verlegt: „Dann habe ich die Kontrolle über das Cover und die Gestaltung“, schätzt er seine Unabhängigkeit von marktstrategischen Überlegungen, die die Belletristik beherrschen. Seine Phantastik verzichtet auf hippe Vampire, herumschlurfende Zombies und hammerschwingende Superhelden, obwohl sich die wie blöd verkaufen.

Und das Cover von Endpunkt, das Freundin Angela Reinert zwar in Schwarzweiß und dennoch so drastisch blutgesättigt überzeichnete, hätte womöglich die Lektorenhände nicht passiert. Und doch ist Wolters weder an düstere Dystopien an sich noch an Gewaltorgien interessiert. Sie sind für ihn nur ein Mittel zum Zweck: „Ich will keine wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Abhandlung schreiben. Mich fasziniert die karge Ästhetik, die leere Landschaft, sie gibt mir die Möglichkeit zu reduzieren“, sagt er.

Düstere Erzählungen lenken nicht ab von ihrem Kern: den Figuren

Während die zeitgenössischen Endzeitszenarien wie Walking Dead die Referenzen der amerikanischen Kultur an jeder Ecke so bildreich inszenieren, lenkt daher bei Wolters nichts mehr ab von seinem erzählerischen Kern: den Figuren und ihrer Psychologie. „Die meisten meiner Charaktere sind wohl Eigenbrötler“, überlegt der 20-Jährige. So wie Jakob, der Soldat, der seine Familie auf der zerstörten Erde beschützen will – und sich von ihr immer weiter entfernt. So unterliegt seinen Geschichten oft eine zermürbende Spannung, die irgendwann ausbrechen will. Der Leser weiß das – und schätzt das Gefühl der

ungewissen Bedrohung.

Wieviel Eigenbrötler steckt in Wolters selbst? Vielleicht: „Mich beschäftig die Frage: Was wollen sie?“ Der junge Autor will zumindest die leichte Gänsehaut auch akustisch rüberbringen und hat seine Geschichten auf Spotify und Youtube vertont. „Meine Mutter hat mir viel vorgelesen, später habe ich gerne Hörspiele gehört, das war für mich immer spannend und das will ich auch rüberbringen.“ Anfänglich – mit 13 Jahren – setzte er noch Effekte und Musik ein. Heute ist auch diese Tonebene ganz modern reduziert auf Musik zwischen den Kapiteln. Für die Episoden aus „Restmensch“ saß er dennoch 30 Stunden am Aufnahmepult, auch wenn am Ende das Hörbuch ,nur’ sieben Stunden lang ist.

Vom Schreiben leben zu können, steht ganz oben auf der Berufswunschliste

Gut 300 Mal haben sich „Blaue Tulpen“ verkauft, 200 Mal „Restmensch“. Das ist sehr ordentlich für einen Neueinsteiger ohne großes Werbebudget. Doch das finanziert noch nicht das Leben des Studenten von Philosophie und Antike Kulturen. Ein wenig kommt noch rum durch Musik und das Einsprechen von Werbetexten.

Doch irgendwann einmal vom Bücherschreiben leben zu können, steht bei Devon Wolters ganz oben auf der Berufswunschliste. Im kommenden Jahr will Wolters sich vielleicht bei Verlagen bewerben. Zumindest die Bewerbungsmappe hat mit vier Werken und selbstproduzierten Hörspielen etwas vorzuweisen, „es geht schon mal in die richtige Richtung“, meint der Duisburger.

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