Gericht

Duisburger Drogendealer flog durch gestohlenes Fahrrad auf

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Polizeieinsatz galt eigentlich einem gestohlenen Fahrrad. Beamte stießen dabei auf Drogenlager. Duisburger (42) steht nun vor dem Landgericht.

Gleich zweimal hatte ein 42-jähriger Duisburger Pech: Bei Wohnungsdurchsuchungen wurden größere Mengen Drogen bei ihm gefunden. Der erste Polizeieinsatz fand statt, nachdem der Mann in seiner Neudorfer Wohnung zusammengeschlagen worden war. Bei der zweiten Durchsuchung war es eigentlich um ein gestohlenes Fahrrad gegangen. Jetzt steht der 42-Jährige wegen bewaffneten Drogenhandels vor dem Landgericht.

Drei Männer, so ließ der Angeklagte durch seinen Verteidiger vortragen, waren am 8. Juli 2017 in die Wohnung des 42-Jährigen eingedrungen und hatten ihn angegriffen. „Mein Mandant wurde mit Gegenständen geschlagen und fast erwürgt“, so der Anwalt.

Insgesamt mehr als zwei Kilo Drogen sicher gestellt

Die Lebensgefährtin des Angeklagten habe nach der Flucht der Täter die Polizei gerufen. Die war irritiert, als sie nicht nur den übel zugerichteten Wohnungsinhaber, sondern auch mehr als 500 Gramm Haschisch, Marihuana und Amphetamin vorfand, das zum Teil schon in handelsübliche Päckchen zum Verkauf portioniert worden war.

Auslöser eines zweiten Polizeieinsatzes war ein teures - gestohlenes - Fahrrad gewesen, das der Angeklagte am 20. Oktober 2018 in seinem Besitz hatte. Freiwillig hatte der 42-Jährige sein Handy den Beamten überlassen. Die stießen beim Studium von Textnachrichten möglicherweise auch auf Hinweise zur Herkunft des Rades, vor allem aber beschlich sie recht bald der Verdacht, der Angeklagte könnte in großem Stil mit Drogen handeln.

Angeklagter legte Geständnis ab

Ein eilends beantragter Durchsuchungsbeschluss bestätigte noch am gleichen Abend diese Vermutung: In zwei Wohnungen des 42-Jährigen in Neudorf und Meiderich wurden rund 950 Gramm Amphetamin, knapp 700 Gramm Haschisch und Marihuana und 100 Ecstasy-Tabletten sowie zwei Gaspistolen und diverses Diebesgut beziehungsweise Hehlerware sicher gestellt. Außerdem fanden die Beamten 24.000 Euro Bargeld.

Der Angeklagte legte zu Prozessbeginn ein Geständnis ab. „Gegen Durchsuchungen und Sicherstellunverteidigt es sich relativ schwer“, kommentierte der Verteidiger. Mit dem Drogenhandel habe der Angeklagte seinen eigenen, wohl nicht unerheblichen Drogenkonsum finanzieren wollen. Das Verfahren soll bereits Ende kommender Woche abgeschlossen werden.

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