Baerler Busch

„Der Baerler Busch braucht die Ruhezeit“

Die Säge soll vorerst im Baerler Busch ruhen. Die Naturchutzverbände begrüßen die Entscheidung des RVR. Foto :

Die Säge soll vorerst im Baerler Busch ruhen. Die Naturchutzverbände begrüßen die Entscheidung des RVR. Foto :

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Baerl.  Die Naturschutzverbände begrüßen die Verschiebung der vom Regionalverband beabsichtigten Baumfällungen. Zeit, um einen Kompromiss zu finden.

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Die Duisburger Naturschutzverbände begrüßen ausdrücklich die Verschiebung der beabsichtigten, massiven Durchforstung des Baerler Buschs. „Aus welchen Gründen diese Verschiebung auch immer erfolgt, für den Wald ist es wichtig“, betont Johannes Meßer vom BUND, der auch den Landschaftsbeirat leitet.

Nachdem der Wald mehrere Jahrzehnt Zeit hatte, sich zu entwickeln, hatte in den vergangenen Jahren der Regionalverband Ruhr Grün damit begonnen, „daraus einen Wirtschaftsforst zu machen, was sowohl bei den Naturschutzverbänden als auch in der breiten Öffentlichkeit für Empörung gesorgt hat. Ich kenne niemanden, der die Fällungen begrüßt hätte.“ Damit reagiert er verwundert auf die Äußerung von Johannes Gerst vom RVR, der bei den vielen Bürgern, „die die Waldpflege in Baerl unterstützt haben“, um Verständnis für die Verschiebung der Maßnahmen gebeten hatte.

Drei deutliche Unterschiede

Die Zeit sei wichtig, um in Ruhe weitere Schritte zu erörtern und zu konkretisieren. Bei den Verhandlungen konnte zwischen Politik, Naturschützern und RVR weitgehend Einigkeit erzielt werden. Unterschiedliche Ziele und Vorstellungen gibt es aber weiterhin. Insbesondere macht Meßer auf drei Punkte aufmerksam, die den Verbänden wichtig sind, aber kein Konsens sind. In dem 14 Punkte umfassenden Katalog geht es um Totholz und Bäume in ihrer letzten Lebensphase, die im Baerler Busch unterrepräsentiert sind und gefördert werden sollen. Das soll auch durch Schutzflächen geschehen, in denen gar nichts gemacht wird. Eine solche sich selbst überlassene Zone gibt es bereits. Sie ist winzig. Die Verbände hätten gerne zehn Prozent des Waldes als Schutzzone festgelegt. Das wären 35 Hektar, was dem RVR viel zu viel erschien. So gibt es keine Zielgröße für Schutzzonen.

Dagegen konnte der RVR eine Größenordnung für zu tolerierende nicht einheimische Gehölze wie Rot-Eichen, Robinien und Douglasien durchsetzen. Eine Beimischung bis zu 20 Prozent soll möglich sein. „Douglasien produzieren Sauerstoff. Das ist es.“ Meßer geht es aber um Nährstoffe für Insekten. „Vergleichen Sie mal ein Blatt auf dem Waldboden von einer Eiche mit dem einer Rot-Eiche. Das eine ist nach Tagen unversehrt. Das andere hat zahlreiche Fraßspuren.“ Fremde Arten stehen nicht auf dem Speiseplan der heimischen Tiere. Und mit der Logik, dass Verbesserungen der Ökologie an anderer Stelle nach dem Ökokonto-Prinzip mit Einschnitten aufgewogen werden soll, tut sich Meßer bei einer öffentlichen Einrichtung wie dem RVR schwer.

Meßer betont, dass sich die Verbände von radikalen Gruppen ganz klar distanzieren und eine Diskussion mit dem RVR führen, an dessen Ende ein Kompromiss steht. „Dabei ist uns wichtig, dass der ökologische Wert nicht verschlechtert wird, wie es durch die bisherigen Maßnahmen schon eingetreten ist.“

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