Kultur & Digitales

Binnenschifffahrtsmuseum lässt sich multimedial entdecken

Bernhard Weber (Museumsleiter, l.) und Ronald Liebermann testen den neuen digitalen Service. 

Foto: Fabian Strauch

Bernhard Weber (Museumsleiter, l.) und Ronald Liebermann testen den neuen digitalen Service.  Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Besucher des Binnenschifffahrtsmuseum können sich zusätzliche Infos auf ihr Smartphone und ihre Tablets spielen lassen.

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Das Binnenschifffahrtsmuseum in Ruhrort können Besucher ab sofort auch multimedial erkunden. Interessierte erhalten am Eingang ein Passwort, über das sie sich ins W-Lan einloggen und so zusätzliche Infos freischalten können. Auf dem Smartphone oder dem Tablet gibt es dann Hintergrundinfos in Form von Bildern, Videos und Hördateien zu den einzelnen Themen und Exponaten. Zwei Euro soll der Spaß zusätzlich zum Eintritt kosten, im Februar läuft allerdings eine kostenlose Testphase für alle.

Etwa zwei Jahre hat es von der Idee bis zur Fertigstellung des Projekts gedauert, 40 000 Euro wurden in Hardware und Software des multimedialen Programms investiert. 25 000 Euro kamen vom Landschaftsverband Rheinland, 15 000 Euro von der Fördergesellschaft des Museums, den Rest steuerte die Stadt bei.

Aus Gäste aus dem Ausland profitieren

„Nicht nur deutschsprachige Besucher, sondern auch jene aus dem Ausland profitieren von der Neuerung“, sagt Museumsleiter Bernhard Weber. „Bislang waren Gäste aus den Niederlanden, England oder Frankreich und Belgien aufgeschmissen, wenn sie bei dem Rundgang auf die Tafeln schauten.“ Am Smartphone können sie die Infos jedoch nun in ihren Landessprachen anhören und lesen. Außerdem habe man spezielle Beschreibungen für Kinder und auch eine „einfache Sprache“ hinzugefügt, so Weber.

Kulturdezernent Thomas Krützberg freut sich über das Projekt. „Alle sprechen überall von Digitalisierung, viele haben ständig ihr Smartphone dabei. Jetzt kann man es auch im Binnenschifffahrtsmuseum nutzen.“ Auch wenn die Tafeln in der physischen Welt bei den Exponaten erhalten bleiben, biete das Nutzen des Handys jede Menge Vorteile, erklärt Cornelius Lehmann, wissenschaftlicher Volontär im Museum, der an dem Projekt mitgearbeitet hat. „So erfährt man unter anderem, wie die Museumsschiffe hier überhaupt hineingekommen sind“, sagt er. „Außerdem werde geschichtliche Hintergründe über das Museum an sich erläutert“, berichtet er.

Tablets können ausgeliehen werden

Eine App braucht man für die smarte Nutzung nicht. Die Berliner Firma Shoutrlabs hat ein System entwickelt, worüber mehrere Router die Infos an die Endgeräte senden. „Wenn man einmal verbunden ist, lässt sich der ganze Rundgang so erkunden“, sagt er. Der Zugang, den es am Eingang gibt, ist für einige Stunden freigeschaltet.

In der Praxis funktioniert die Nutzung gut: Manchmal hakt das Laden der Inhalte je nach Handyleistung etwas, aber die Infos sind gut aufbereitet und verständlich. Auch die Bilder und Videos bieten ganz neue Einblicke. Wer kein passendes Gerät wie ein Smartphone hat, der kann sich ein Tablet und Kopfhörer kostenlos ausleihen.

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